Studiotechnik

DIY: Netzteil / Dauerstrom für Systemblitze

Von 13. Juli 2014 6 Kommentare

Von Carsten Stockem

Einige von Euch haben es ggf. schon in bei Facebook bzw. Twitter gelesen: Ich wollte einen Canon 430 EX II sowie einen Yongnuo-Blitz mit einer Dauerstromversorgung ausstatten. Es gibt zwar Blitze mit Strom-Anschluss bzw. Batterie-Pack, für diese beiden Geräte war allerdings beides nicht vorgesehen. Daher dachte ich an eine Art „Batterie-Dummy“, weil mir eine dauerhafte und von Akkus unabhängige Stromversorgung für Shootings im Heimstudio wichtig war.

Das Ergebnis sieht man (teilweise) auf dem Foto:

stromversorgung

Acht je 14 mm starke, runde Holzstücke wurden auf die Länge einer Batterie zugeschnitten (für jeden Blitz vier) und fungieren als Dummy. Je Blitz wurden davon zwei mit einer Schraube für den Kontakt zum Blitz versehen und verkabelt. Die Netzteile liefern jeweils 5 Volt (sonst liefern 4 Batterien jeweils 1,5 Volt = 6 Volt, meine Eneloop-Akkus liefern 4x 1,2 Volt = 4,8 Volt). Der Canon-Blitz benötigt nach einer vollständigen Entladung ca. 8 Sekunden um wieder vollständig bereit zu sein. Bei weniger Entladung geht es entsprechend schneller.

Eine kleine Hürde war der besonderen Eigenschaft der Netzteile geschuldet: Diese haben einen eingebauten Schutz vor Kurzschlüssen. Wird also plötzlich viel Leistung benötigt, schalten sich die Geräte ab bzw. geben den Strom nach und nach ab. Wir wollten weder dem Netzteil zumuten, nach jedem Blitz auf Volllast ausgehen zu müssen, noch den Blitzen, die Leistung nur „häppchenweise“ aufbauen zu können… Daher wurden Widerstände in das Netzkabel eingebaut (insgesamt 1 Ohm).

Um das Kabel in die Blitzgeräte zu führen, wurde eine kleine Rille in die Dummys gesägt, durch welche das Kabel läuft, und in den Deckel der Blitze eine kleine Öffnung gefeilt. Die Blitze können nun mit Dauerstrom und Batterien genutzt werden: die Klappen lassen sich noch normal schließen.

Aber bitte: bastelt nur selber, wenn ihr wirklich wisst, was ihr tut! Ich übernehme weder für Eure Hardware Verantwortung, noch für sonst etwas.
Mir hat ein erfahrener Elektriker diese Sachen gebaut. Legt immer zuerst die Dummys in die Blitze ein, und verbindet dann den Netzstecker – so vermeidet ihr Kurzschlüsse, sollten sich die Kontakte der Dummys berühren. Außerdem: Die Widerstände werden recht warm. Ihr solltet also ein geeignetes Gehäuse bauen.

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6 Kommentare

  • Matthias sagt:

    Vielen Dank für diese Anleitung,
    Ich habe mich auch schon Gedanken darüber gemacht. Die Idee mit den Holzdummies ist klasse, da wäre ich nicht drauf gekommen.
    Allerdings finde ich die Nachladezeit etwas lange. Wenn die Widerstände durch einen Strombegrenzer und Kondensator als Puffer ausgetauscht würden sollte es ne Ecke schneller gehen. Bitte auch nur probieren wenn ihr wisst was ihr macht! 😉
    Viele Grüße,
    Matthias

  • Manfred sagt:

    Das ist ein feiner Tip. Danke dafür.
    Man sollte mal versuchen die Widerstände durch eine Silizium-Diode (gepolt in Durchlassrichtung) ausreichender Durchlass-Stromstärke, zu ersetzen. Diese bewirkt ebenfalls eine Reduzierung der Ladespannung um 0,7 Volt (= Schleusenspannung).
    Eine zweite Alternative wäre der Einsatz eines NTC-Widerstandes (Widerstand mit negativem Temperatur-Koeffizienten). Dieser begrenzt den ersten Aufladestromstoß, nimmt danach jedoch in seiner Widerstandsgröße ab und ermöglicht so die Blitzaufladung mit den vollen 5 Volt.
    Ich werde es zwar nicht selber ausprobieren können, aber vielleicht gibts es einen Elektronik-Bastler, der das mal testen kann.
    Viele Grüße
    Manfred

  • Jan Martin sagt:

    Heutzutage gibt es ja viele 5V-USB-Netzteile (z.B. mit 2 Ampere). Da liegt der Gedanke nahe, so eines zu verwenden. Ich frage mich aber, ob es dabei nicht überlastet wird. Weiß da jemand bescheid?
    Viele Grüße,
    Jan Martin

  • Winnie sagt:

    Kannst Du evtl. noch sagen, wie viel Ampere die Netzteile, die verwendet wurden haben?
    Vielen Dank,
    Winnie.

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