Industrious: Portrait eines Industriekonzerns

Industrious: Portrait eines Industriekonzerns


Wenn man als Fotograf damit beauftragt wird, einen opulenten Bildband zum 100 jährigen Jubiläum eines Industriekonzerns zu erstellen, ist das mit Sicherheit eine spannende Herausforderung. Wenn es dann noch so ist, dass (fast) keine Vorgaben gemacht werden und ein großzügiges Budget zur Verfügung steht, dann würden sich wahrscheinlich sehr viele Fotografen freuen, einen solchen Auftrag abzwickeln zu dürfen.

Die Fotografen Marco Grob & hiepler, brunier hatten diese Gelegenheit. Bis auf die Vorgabe, dass die Fotos in schwarz-weiß gemacht werden sollten, gab es keinerlei Einschränkungen. Die Fotografen konnten sich frei in allen Produktionswerken des Baukonzerns Holcim bewegen und nahmen die Möglichkeit wahr, auf verschiedenen Kontinenten in 13 Ländern ihre Aufnahmen zu machen.

Marco Grob war für Mitarbeiter-Portraits zuständig. Er fotografierte Arbeiter und Angestellte in Indien, Kanada, Aserbeidschan, Australien und vielen weiteren Ländern. Die Fotos sind Portraits im besten Sinne des Wortes, voller Kraft und Ausdrucksstärke. Gezeigt werden stolze Menschen, die ihren Anteil am Unternehmenserfolg haben und sich bewusst sind, dass sie ein wichtiges Teil des Ganzen sind. Bei den Fotos lenkt kein Hintergrund von der Person ab, denn alle Aufnahmen sind vor weißem Hintergrund entstanden.

© Marco Grob / teneues

© Marco Grob / teneues

Die Fotografen hiepler, brunier steuern die Architektur-Aufnahmen der Produktionsstätten bei, wobei sie sich nicht einfach darauf beschränken, die beeindruckenden Bauwerke reportagemäßig darzustellen, sondern sie interpretieren sie künstlerisch.

© hiepler, brunier / teneues

So ist ein beeindruckender Bildband entstanden. Nicht nur in seinen Abmaßen (immerhin 27 x 36 cm groß und fast 4 Kilo schwer), sondern vor allem in seiner Aussage. Da ist ein Konzern, der so stolz auf seine Mitarbeiter ist, dass er ihnen mit diesem Buch für ihre Arbeit dankt und da sind Mitarbeiter, die genauso stolz sind, daran mitzuwirken. Und da sind drei Fotografen, die diese Mammutaufgabe gut gestemmt haben.

Mein Fazit: Ein Baukonzern schenkt sich und seinen Mitarbeitern zum 100. Jubiläum ein künstlerisch interpretiertes, sehenswertes und kraftvolles Zeitdokument.

Gutes Fotografie Fachbuch

Industrious
Vorworte von Klaus Töpfer, Matthias Frehner
Marco Grob & hiepler, brunier,
288 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
175 Duplexabbildungen
Text in Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch und Chinesisch
49,90 EUR
ISBN: 978-3-8327-9539-9
Format: 27 x 36 cm

Mehr Informationen bei teneues sowie bei Amazon.

Ich arbeite als Fotograf und führe ein Fotostudio in Heidelberg. Mein Schwerpunkt ist die Portraitfotografie.
Außerdem biete ich Coachings und Trainings zu den Themen Fotografen-Marketing und Photobusiness an.

10 comments

  1. Oliver Teske

    Werde ich mir mal für die nächste Amazon Bestellung vormerken. Mal sehen ob man da noch den einen oder anderen Einblick erhaschen kann um zu sehen ob es sich wirklisch für mich lohnt.
    Gruß
    Oli

  2. Tobias

    Wow! Marco & Co. sind eben echte Meister! Weltspitze! Aber Michael, warum “nur” 4 Sterne? Danke fürs Zeigen…

    Gruss

  3. Erich

    Danke für’s Zeigen und für den Vorgeschmack => das Buch steht auf meiner Wunschliste
    LG
    Erich

  4. Marco Morath

    Ja, die Fotos sehen sehr gut aus. Das Buch wird auch auf meiner Wunschliste landen.
    Aber wie Tobias würde mich auch interessieren, warum es den fünften Stern nicht gab. Das geht m. E. aus der Kritik nicht hervor.

    Grüße

    Marco


  5. Author
    Michael Omori Kirchner

    Danke für Eure Kommentare.
    Von dem fehlenden 5. Stern solltet Ihr Euch nicht irritieren lassen.
    Nach meiner eigenen Skala
    http://www.fotografr.de/fotografie-fachbuch-bewertung/
    bedeutet eine 5 Sterne Bewertung, dass das Buch in den Schrank jedes Fotografen gehört.
    Das sehe ich hier nicht unbedingt.
    Trotzdem ist das Buch richtig gut, ohne Haken oder “versteckte Mängel”
    Letztendlich ist so eine Bewertung aber auch immer ein wenig subjektiv, also macht da bitte keine Wissenschaft draus ;-)

    Gruß Michael

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