Matt Kloskowski: Porträt-Composings gestalten


Wenn ich einmal einen Tipp wagen darf: Dieses Buch wird ein Verkaufsschlager. Denn es erklärt die Erstellung der bereits seit einiger Zeit in Fotografen-Kreisen so beliebten Portrait-Composings Schritt für Schritt von der Planung der Aufnahme und die richtige Lichtführung über Fotografie oder Beschaffung der richtigen Hintergründe bis hin zur Montage und Feinbearbeitung.

Die Themen, die der Autor in seinen Composings zeigt, sind breit gefächert: Ein Motorradfahrer in einem Tunnel, ein jugendlicher Basketball-Spieler, ein Familien-Portrait, ein Business-Fotoshooting mit Ärzten im Krankenhaus, ein Rocksänger auf der Bühne und vieles mehr wird geboten. Und die Bildergebnisse lassen sich wirklich sehen und rufen beim Leser einen “Wow-Effekt” hervor.

© Matt Kloskowski

Das ist zwar alles nicht mehr ganz neu, im Internet existieren viele Tutorials und Videos zu diesen Themen, aber in dieser kompakten und detailliert beschriebenen Form habe ich das als Buch noch nicht gesehen.

Damit der Leser wirklich alle Arbeitsgänge gut nachvollziehen und selber machen kann, sind sämtliche benötigten Bilddateien zum Download verfügbar. Und Matt beschreibt ausführlich jeden einzelnen Handgriff. Das mag dem einen oder anderen erfahrenen Photoshop-Benutzer vielleicht überflüssig erscheinen, sorgt aber dafür, dass auch der Einsteiger den Tutorials folgen kann. Grundlegende Photoshop-Kenntnisse sollte man aber dennoch mitbringen.

Das einzige Problem, das ich beim Nachvollziehen dieser Composings sehe: Da dieser Stil der Bildbearbeitung schon seit geraumer Zeit durch diverse Internet-Foren, Websites und Video-Tutorials bekannt ist, kann es sein, dass der eine oder andere Leser sich daran bereits satt gesehen hat. Aber das tut der Qualität der Arbeit von Matt Kloskowski überhaupt keinen Abbruch.

Mein Fazit: Coole Composings Schritt für Schritt detailliert erläutert und damit für jedermann nachvollziehbar.

Gutes Fotografie Fachbuch

Porträt-Composings gestalten
15 Photoshop Workshops für realistische Bilder
Matt Kloskowski
ISBN: 978-3-8273-3124-3
400 Seiten- 4-farbig, Bilderdruck
€ 39,80 [D]

Mehr Informationen bei Amazon.

Ich arbeite als Fotograf und führe ein Fotostudio in Heidelberg. Mein Schwerpunkt ist die Portraitfotografie.
Außerdem biete ich Coachings und Trainings zu den Themen Orientierung, Marketing, Kundengewinnung und Betriebswirtschaft für Fotografen an.

4 comments

  1. Sascha Basmer

    Hallo Michael,

    eine tolle Rezension zu einem wirklich gutem Buch. Matt hat hier wieder einmal mehr unter Beweis gestellt, dass Photoshop auch einfach geht und obwohl ich schon ein paar Tage mit Photoshop auf dem Kerbholz habe, konnte ich dem Buch die ein oder andere nützliche Info abgewinnen…

    Den Aspekt, dass man sich an diesem Stil satt gesehen hat, habe ich so gar nicht bedacht und sicher hast du da, wie so oft nicht unrecht. Dennoch sieht man Bilder in diesem Stil immer noch extrem häufig und auch ich muss mich ab und an an einem Bild im hochkontrastiken, düsteren Look setzen, weil es der Kunde einfach wünscht…

    Ich denke, dass die Zeit noch nicht ganz gekommen ist, denn der Mainstream zieht den Kreativen immer hinterher und so sollte es wohl noch ein weilchen dauern… (Kann aber auch daran liegen dass ich hier auf dem Acker zwischen den Kühen wohne und die Leute hier bei Photoshop an einen Kamera-Store denken)

    Wir werden sehen, wie sich die Bildbearbeitung entwickelt und was in ein paar Monaten oder Jahren Trend ist…

    Vorher schaue ich aber noch mal hier vorbei *smile*

    Beste Grüße
    Sascha

  2. Peter

    Hallo,
    tut mir leid, ich kann mich für diese Art der Bilder überhaupt nicht begeistern.
    Es wirkt einfach zu perfekt! Wo sind die kleinen Fehler die ein Bild lebendig erscheinen lassen, die diesem fotografischen Augenblick Authentifizität und Leben einhauchen?
    Ich hoffe das wir uns alle bald satt gesehen haben an diesen ‘Kunstbildern’, das sind totgeshopte Bilder.

    Grüsse

  3. S. Wickenkamp

    Nun ja, Peter – Du sagst es ja schon selbst: Das sind Bilder. Bilder sind nicht undbedingt reale Fotos, wie sie direkt aus der Kamera kommen. Das muß man natürlich nicht nicht mögen. Es aber grundsätzlich zu verteufeln, halte ich für falsch. Schön auch, daß Du selbst auch den Begriff “Kunst” ins Spiel bringst. Nicht jeder kann etwas mit den Werken von Picasso und Konsorten anfangen. Sollte man deshalb gleich pauschal sagen, daß sie “Schund” sind? Es ist ein Unterschied, ob man sagt: “Das ist Schund!” oder: “Für mich ist das Schund!”. Du magst die o. a. Bilder eben nicht, solltest aber dennoch anderen zugestehen, daß sie sie cool finden, finde ich.

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