Kreativ fotografieren – Digitalfotografie verständlich erklärt – Markus Wäger


Markus Wäger ist vielen Fotografen und Grafikern gut bekannt. Entweder durch sein Buch “Grafik und Gestaltung” oder durch seinen Blog “Kreativ fotografieren und gestalten” .

Nun hat Markus Wäger mit “Kreativ fotografieren” ein Buch im Eigenverlag herausgegeben, nachdem sein “Hausverlag” kein Interesse gezeigt hat und er nicht auf die Suche nach einem anderen Verlag gehen wollte.

Dem Buch merkt man die Tätigkeit des Autors als Foto-Trainer an, denn es ist didaktisch sehr klug aufgebaut. Es nimmt nicht verschiedene Fachgebiete der Fotografie (also zum Beispiel Portrait, Landschaft, Actionfotografie etc.) als Aufhänger, sondern beginnt ganz grundlegend, den Weg zum guten Bild anhand der Begriffe

  • Perspektive
  • Schärfe
  • Belichtung und
  • Komposition

zu erklären. Das ist auf den ersten Blick ungewohnt, führt aber ganz logisch zu vielen Detailfragen, die sich einem Fotografen bei der Erstellung guter Fotos stellen.

Im Kapitel Perspektive erklärt Markus Wäger beispielsweise den Unterschied zwischen Fotos mit einem, zwei oder drei Fluchtpunkten und zeigt, wie man eine Bilddynamik aufbaut.

Zum Thema Schärfen kommen Fragen wie Schärfentiefe, Hyperfokaldistanz, Bokeh und die Technik des “Focus and recompose” zur Sprache.

Zur Belichtung geht der Autor unter anderem auf das Zonensystem, das Histogramm und die unterschiedlichen Belichtungs-Messmethoden ein.

Im Kapitel Komposition werden beispielsweise der “Goldene Schnitt” und die Drittelregel erklärt.

All das klingt für viele “altgediente” Fotografen gut bekannt. Die Qualität dieses Buchs ergibt sich daraus, dass diese grundlegenden Kenntnisse der Fotografie sehr anschaulich und nachvollziehbar erklärt werden.

Einen Kritik-Punkt habe ich aber doch. Wie schwer dieser wiegt, muss jeder für sich selber herausfinden: Das Buch ist im Digitaldruckverfahren hergestellt. Man kann die Druckqualität also mit einer farbigen Fotokopie vergleichen. Dazu kommt, dass der Buchblock unsauber ausgeschnitten wurde (leicht verdreht und nicht mittig). Diese nicht ganz so hochwertige handwerkliche Ausstattung des Buchs in Verbindung mit dem stolzen Kaufpreis wird vielleicht den einen oder anderen Leser davon abhalten, sich dieses Buch zuzulegen.

Mein Fazit: Didaktisch gelungene Einführung in die Digitalfotografie mit einem Schwerpunkt auf Gestaltung und Komposition

Gutes Fotografie Fachbuch

Markus Wäger
»Kreativ fotografieren – Digitalfotografie verständlich erklärt«
Books on Demand, 1. Auflage Oktober 2011;
240 Seiten, in Farbe, Hardcover;
ISBN: 9783842373938
Ladenpreis: 44,90 (D)

Mehr Informationen bei Markus Wäger sowie bei Amazon.

Ich arbeite als Portrait-Fotograf und führe ein Fotostudio in Heidelberg. Außerdem biete ich Coachings und Trainings zu den Themen Fotografen-Marketing und Photobusiness an.

10 comments

  1. Pingback: Kreativ fotografieren – Rezension bei Fotografr « Visuelle Inspiration

  2. zoomyboy

    “…Digitaldruckverfahren hergestellt. Man kann die Druckqualität also mit einer farbigen Fotokopie vergleichen.” Damit beleidigst du eine ganze Branche… ^^

  3. Michael Omori Kirchner

    Das sollte kein Schlechtmachen einer Branche sein, Manfred. Digital gedruckte Bücher haben auch viele Vorteile (beispielsweise den, dass kleinere Auflagen umsetzbar sind).

    Und ich gebe zu, den meisten Lesern wird der Unterschied gar nicht so wichtig sein.

  4. Ralf Jannke

    @Michael
    Diese nicht ganz so hochwertige handwerkliche Ausstattung des Buchs in Verbindung mit dem stolzen Kaufpreis wird vielleicht den einen oder anderen Leser davon abhalten, sich dieses Buch zuzulegen.

    @zoomboy
    “…Digitaldruckverfahren hergestellt. Man kann die Druckqualität also mit einer farbigen Fotokopie vergleichen.” Damit beleidigst du eine ganze Branche… ^^

    Genauso ist es! Es hat nichts mit Beleidigung der ganzen Branche zu tun. Ein guter Bekannter schreibt Krimis. Die kein rororo oder welcher große Fachverlag auch immer nehmen würde. Und nicht weil es sooooo schlecht geschrieben ist! Der Bekannte lässt auch unabhängig drucken…

    Aber dann stimmt der Preis! 39,95 Euro sähe für “minderwertigen” Druck für “Kreativ fotografieren” viiiiiel besser aus. Von 29,95.- wage ich gar nicht zu schreiben. Ich zieh mir mal die Leseproben rein, und dann sehen wir weiter.

    Ralf

  5. Michael

    “Die Qualität dieses Buchs ergibt sich daraus, dass diese grundlegenden Kenntnisse der Fotografie sehr anschaulich und nachvollziehbar erklärt werden.”

    Da ich dieses Buch gerade mit Freude lese, kann ich die Einschätzung teilen. Mit gefällt der Schreib- bzw. Sprachstil ebensowie die Herangehensweise an die für mich neue Materie.

    Den geäußerten Kritikpunkt hinsichtlich des handwerklichen Asprekts des Buchs hatte ich noch festgestellt, was vermutlich an meinen mangelnden Wissen in diesem Bereich liegt. Oder auch daran, dass ich vom Inhalt des Buchs so “gefesselt” bin.

    Teuer mag es sein, aber zum einen hatte mich der Inhalt schon aus der Leseprobe angesprochen und zum anderen der “Mut” etwas im Eigenverlag zu veröffentlichen.


  6. Author
    Michael Omori Kirchner

    @ Ralf: Oh, dann habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Das Buch ist nicht minderwertig ausgestattet. Es ist eben nur anders als ein mit herkömmlichem Offsetdruck hergestelltes. Wie man an meinem Namensvetter Michael oben sieht, sind die Unterschiede so gering, dass sie den meisten Lesern gar nicht auffallen werden.

  7. Ralf Jannke

    @ Michael und Michael (Omori)

    >> Teuer mag es sein, aber zum einen hatte mich der Inhalt schon aus der Leseprobe angesprochen und zum anderen der “Mut” etwas im Eigenverlag zu veröffentlichen. <<

    Ich habe überhaupt nichts dagegen etwas im Eigenverlag zu veröffentlichen! Ganz im Gegenteil. Als ich mal einen 70 Seiter verfasst hatte, kam ich über eine Erstauflage in einem Winz-Verlag inkl. einem kümmerlichen Honorar nicht hinaus. Und DIE Druckqualität war minderwertig = beschi… Das war wirklich Copyshop. Ich glaube aber, dass sich "Kreativ Fotografieren" noch besser verkaufen würde, wenn der Preis unter der 40 (besser 30) Euro Schwelle bliebe…

    Aber auch ich werde jetzt mal den Drucker anwerfen. Ich mag als alter Sack (58) keine PDFs am Monitor. Nicht mal auf meinem EiPätt ;-) Um mal auf Papier (!) zu lesen, was Autor Markus Wäger zu sagen hat.

    Ralf

    Ralf

  8. Markus

    Als Autor von »Kreativ fotografieren« bedanke ich mich für das viele positive Feedback zu meinem Buch.
    Ich bin selbst unglücklich über Preis-Leistung der Buchausstattung. Dass das Buch teurer würde, und dabei nicht an die Qualität des Offsetdrucks bei angestammten Verlagen herankäme, war mir von Anfang an ein ›Dorn im Auge‹. Doch nachdem meine ›Hausverlage‹ abgewinkt hatten, und ich überzeugt war mit dem Konzept des Buches einen innovativen Ansatz gefunden zu haben, musste ich mich entscheiden diese Kröte zu schlucken oder die Idee zu vergessen.
    Zum Preis des Buches: Wenn ich bei BoD ein einzelnes, hart gebundenes Exemplar mit ein paar Dutzend Seiten – etwa der Hälfte in Farbe – bestelle, dann kostet das unter 20 Euro. Mir scheint das durchaus preiswert. Bei 240 Seiten ergibt sich halt ein Preis von etwa 40 Euro je Exemplar. Man darf dabei nicht vergessen, dass bei BoD jedes Buch als Einzelexemplar produziert werden kann (Amazon bestellt natürlich in größeren Chargen).
    Ich habe das Layout des Buches bewusst platzsparend angelegt (bei einem herkömmlichen Verlag wäre der Umfang sicher mindestens 300 Seiten). Der Verzicht auf ganzseitige und große Bilder resultiert ausschließlich daraus den Preis für das Buch so gering als möglich zu halten. Aus diesem Grund habe ich auch Bilder so verteilt, dass möglichst viele reine SW-Seiten entstehen, weil Farbseiten ein vielfaches von SW-Seiten kosten. Etwa die Hälfte des Buches ist SW.
    Die Marge für mich habe ich mit 10% festgelegt. Für ein verkauftes Buch erhalte ich 4 Euro. Anders gesagt: Selbst wenn ich vollständig auf einen Deckungsbeitrag verzichtet hätte, wäre ich nicht unter 40 Euro gekommen.
    Meine persönliche Meinung: Ich glaube, dass der Inhalt und das Konzept des Buches gut genug ist die etwas minderwertige Qualität der Produktion mehr als aufzuwiegen. Wäre ich davon nicht überzeugt – und davon, dass es einen Blickwinkel auf Fotografie eröffnet, den es bislang ›so‹ nicht gab – hätte ich das Buch erst gar nicht geschrieben. Schließlich gibt es heute eine Unzahl an Büchern zum Thema und sehr vieles davon ist sehr gut.
    Wo ich übrigens tatsächlich etwas unglücklich bin, ist die Preisgestaltung von BoD für eBooks. Auf diesen Preis hatte ich leider gar keinen Einfluss und er scheint mir völlig überzogen.

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