Blogparade: Vermeidbare Fehler beim Fotografieren

… und was ich daraus gelernt habe.

Aus Fehlern, und wenn sie noch so ärgerlich sind, kann man viel lernen. Beim Fotografieren gibt es zum Beispiel den berühmten vergessenen Objektivdeckel, der aber in Realität wohl eher selten vorkommt.

Ich möchte von zwei ärgerlichen Schnitzern berichten, die tatsächlich geschehen sind und aus denen ich gelernt habe:

Der erste ist meinem früheren Erdkundelehrer passiert. Er brachte von einer Indien-Reise einen doppelt belichteten Film mit. Er hatte einfach dieselbe Filmpatrone zweimal eingelegt und so waren alle Dias doppelt überlagert. Für ihn waren die Bilder aber dennoch so einmalig, dass er uns die Bilder im Erdkunde-Unterricht vorgeführt hat, nicht ohne ausdrücklich zu betonen, wie sehr er sich über das Missgeschick ärgert. Als Lerneffekt daraus habe ich in meinem späteren Fotografenleben bei allen belichteten Filmpatronen ein kleines Stück vom Ende des Films abgerissen. So konnte es nicht passieren, dass ich den Film ein zweites mal einlege.

Das zweite Missgeschick ist mir selber passiert. Ich hatte den Auftrag, die Probe eines Theaterensembles zu fotografieren und dabei auch ein Gruppenfoto zu machen. Die Bilder sollten später für das Programmheft und eine Werbepostkarte verwendet werden. Das Shooting ist schon ein paar Jahre her, ich fotografierte damals mit meiner ersten digitalen Spiegelreflexkamera, einer Olympus E-20. Zur damaligen Zeit waren die Sensoren noch nicht so weit entwickelt und vor allem die Rauschunterdrückung bei höheren ISO-Zahlen war im Vergleich zu heute mangelhaft. Ich Dussel habe aber versehentlich bei höchster ISO-Zahl (damals ISO 320) fotografiert, obwohl genug Licht für ISO 80 vorhanden war. Die falsche Einstellung bemerkte ich erst, als ich wieder zu Hause war. Das Ergebnis: Die Bilder waren total verrauscht und eigentlich nicht zu gebrauchen. Trotzdem wurden sie zum Druck verwendet, aber das Ergebnis war mehr als zweifelhaft. Und ich habe dort auch nie wieder einen Auftrag bekommen.

Als Lerneffekt stelle ich heute die ISO-Zahl bei meinen Kameras IMMER wieder auf ISO 100 zurück, wenn ich mit einer höheren ISO-Zahl gearbeitet habe, damit ich nicht beim nächtsten Shooting mit der falschen Einstellung starte (auch wenn bei modernen Kameras ein höhere ISO-Einstellung nicht ganz so dramatisch ist wie bei meinem damaligen Shooting).

Jetzt gebe ich die Frage an Dich weiter: Welches Missgeschick ist Dir schon beim Fotografieren passiert und was hast Du daraus gelernt?

Du kannst Dich entweder an der Blogparade beteiligen, also einen eigenen Artikel auf Deinem Blog zu diesem Thema verfassen und einen Pingback hierher schicken. Alle Beiträge, die bis zum 15. August 2008 eingehen, werde ich dann noch einmal in einem zusammenfassenden Artikel vorstellen.

Oder, wenn Du keinen eigenen Blog hast, hinterlasse hier doch einfach einen Kommentar mit Deiner Geschichte.

Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele auch einmal von ihren Missgeschicken berichten, denn daraus können wir alle lernen.

Ich arbeite als Business- und Industrie-Fotograf in Heidelberg und helfe als Coach kreativen Menschen dabei, etwas in ihrem Leben zu bewegen und von ihrer Arbeit gut leben zu können. Mehr

29 comments

  1. Pingback: Fotounglücke | Jerret.de

  2. Replyjerret

    So. Meine Erfahrung habe ich niedergeschrieben. Klingt unglaublich, ist aber so. Bin gespannt, wan man noch für Geschichen zu lesen bekommt…

    Gruß Jerret

  3. Pingback: Vermeidbare Fehler beim Fotografieren | timmermann.tv


  4. Author
    Replyomori

    Ja, die Trackbacks wurden verzögert angezeigt. Ich habe das behoben und jetzt sollte es funktionieren. Sorry.

  5. ReplyViktor

    ich wäre ja dafür, dass die ISO Zahl bei allen Kameras DEUTLICH irgendwo zu sehen sein müsste, mir passiert das leider auch öfters 🙁 Mittlerweile bemerke ich es aber schon wenn die Belichtungzeit meinen Erwartungen widerspricht.

    Dass man einen Film zweimal einlegen kann, verstehe ich nicht so ganz. Ich habe früher, egal ob mit autorewind oder per Hand, immer solage gedreht, bis der Film komplett in der Patrone verschwand. ?!?!


  6. Author
    Replyomori

    @ Viktor: Damals herrschte bei uns die Meinung, dass man den Film nicht ganz zurück transportieren dürfen, weil sonst der Schlitz in der Patrone lichtdurchlässig wird. Ob das stimmt, habe ich nie ausprobiert.

  7. ReplyViktor

    hmm, ok, das wäre ein Argument, aber wie gesagt, ich habe es immer so gemacht und hatte nie Lichtflecken oder Farbverfälschungen 🙂

  8. Pingback: Der Cheffe und mehr » Mißgeschicke in der Fotografie

  9. Pingback: Was ich schon beim Fotografieren verschusselt habe … « Magistus.de Fotodesign - Marcus Locher

  10. Pingback: Blogparade, vermeidbare Fehler beim Fotografieren | Jörg Esser Fotografie


  11. Author
    Replyomori

    Hallo Steffen,

    ich musste leider 2 Spam-Kommentare entfernen, daher steht Dein Kommentar jetzt ein wenig „in der Luft“ …

    Gruß Omori

  12. ReplySuppenelse

    Auch wenn es banal klingt, aber mir passiert es noch heute regelmäßig, dass sich in der Tasche das Programmwahlrad meiner DSLR von Zeitautomatik (also vordefinierter Blende) auf Programmautomatik umstellt. Wenn man durch den Sucher guckt, stimmt die Blende u. U. trotzdem – nur bei einer Belichtungsreihe wird diese nicht kontant gehalten, sondern ist bei jedem Foto anders.
    Fazit? Eigentlich fällt mir keins ein – einfach jedes Mal aufs Wahlrad gucken.

    Aber den zweiten typischen Fehler beim Fotografieren finde ich viel wichtiger, auch wenn er sich nicht in technischen Details ausdrücken lässt: Zu wenig Zeit. Bei fast allen Bildern, bei denen ich unter Zeitdruck war, ärgere ich mich später, nicht das Optimum erreicht zu haben. Dabei hätte nur eine Minute mehr Zeit in den meisten Fällen viel bewirkt. Aber ich gestehe: Das ist nicht immer ein „vermeidbarer Fehler“ – aber öfter, als man denkt.

  13. ReplyStefan

    Ein Bekannter von mir hat (vor etlichen Jahren, noch zur guten, alten Analogzeit) einen 80ten Geburtstag und die damit verbundene große Familienfeier fotografiert. Da dürfen natürlich Gruppenfotos in den verschiedensten Konstellationen nicht fehlen; bei Bild 37 dachte er sich noch nichts, bei Bild 39 meinte er noch zu sich, daß er den Film diesmal wohl extraknapp eingelegt hatte… bei Bild 42 öffnete er den Kameradeckel, und tatsächlich, er hatte vergessen, einen Film einzulegen 🙂 Kann heute genauso passieren (keine Speicherkarte), wenn man die Kamera nicht dazu bringt, die Auslösung ohne Karte zu sperren.

    Meine beiden persönlichen Pitfalls (mit meiner Canon 300D): Die bereits erwähnte ISO-Zahl sowie die Einstellung für die Über- oder Unterbelichtung. Warum haben die Canons keinen „Reset-Knopf“, der alle Einstellungen auf einen (benutzerdefinierten) Standardwert zurücksetzt?
    Mein anderer Lieblingspatzer: Beim Herausziehen der Kamera am Programmwahlrad hängenbleiben. Plötzlich fotografiert man mit einer fest eingestellten Tausendstel Sekunde und wundert sich nach dem dritten Bild, warum alles schwarz ist… 🙁

  14. Pingback: Vermeidbare Fehler beim Fotografieren - Der Weblog von Kunstkurs-Online.de - Malen, Zeichnen und Fotografieren

  15. ReplyTom

    Tolle Idee für eine Blogparade, da ich aber keine Fehler mache für mich irgendwie sinnfrei 🙂 … ok ok … war gelogen.
    Iso-Fehler… ja wer kennt den nicht… vor allem, wenn man dann mal mit Custom Presets an der Canon arbeitet und dann feststellt, dass immer noch der AI-Server aktiv ist oder eben nicht…

    tom


  16. Author
    Replyomori

    Hallo Robert,

    ja, das mit den Trackbacks funktioniert wohl ziemlich unzuverlässig. Keine Ahnung, woran das liegt …

  17. Pingback: neues aus der roiberhöhle - Blogparade: Vermeidbare Fehler beim Fotografieren

  18. Pingback: [BLOCKED BY STBV] capture-the-light

  19. Pingback: Was tut man nicht alles für ein gutes Foto? » Fotografie

  20. ReplyKonrad Bauckmeier

    Normalerweise fotografiere ich viel im unteren Blendenbereich: Menschen, Details usw. Im Urlaub habe ich mich nun an einem Blumenmakro versucht und für eine bessere Tiefenschärfe zu Blende 22 gegriffen – Nun weiß ich, dass ich meinen Sensor mal dringend reinigen muss 🙁
    Schade, wäre ein schönes Bild geworden…

  21. Pingback: Auswertung: Vermeidbare Fehler beim Fotografieren : Fotografr

  22. Pingback: Linktipps der Woche « lens-flare.de Fotoblog

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