Testbericht Fotorucksack Vanguard Skyborne 51


Von Thomas Zilch

Ich bin Hobbyfotograf und sehr viel in der Natur unterwegs. Meistens unternehme ich Tagestouren und ab und zu geht ein Fotoausflug auch mal übers Wochenende. Meine bevorzugten Sujets sind allgemeine Natur- und Landschaftsfotografie und im Sommer auch die Makrofotografie. Bilder veröffentliche ich auf meinem Blog http://www.publicbrain.de .

Zurzeit benutze ich als Fotorucksack den LoweproFlipside 400. Über diesen Rucksack habe ich vor einiger Zeit in meinem Blog schon einen Testbericht verfasst. Der Flipside ist mir aber manchmal zu klein, insbesondere, wenn ich noch Klamotten und/oder Verpflegung mitnehmen möchte. Und in letzter Zeit stört mich immer mehr, dass der Flipside kein Notebookfach besitzt.

Nun zum neuen Rucksack VanguardSkyborne 51: Der erste Eindruck nach dem Auspacken war „Mann, ist das Ding riesig!“ Im folgenden werde ich nun den Skyborne und meine Erfahrungen, die ich damit gemacht habe, beschreiben.

1. Allgemeiner Eindruck

Der Rucksack ist im Vergleich zum Flipside 400 sehr groß. Die Abmessungen betragen 570 mm in der Höhe, 370 mm in der Breite und 360 mm in der Tiefe. Das Leergewicht beträgt stolze 2750 Gramm.
Durch die verwendeten Materialien sieht der Rucksack optisch sehr gefällig aus.

Die Verarbeitung des Rucksacks ist hervorragend. Die Reißverschlüsse sind solide, wenn auch nicht wasserdicht und die Schieber sind mit unverlierbaren Schlaufen versehen. Somit ist die Bedienung auch mit Handschuhen möglich. Das vordere Fach des Rucksacks ist zusätzlich mit Schnellverschlüssen gesichert.
Der Boden des Rucksacks besteht außen aus stabilem Kunststoffmaterial. Zwei Auflageflächen sorgen zusammen mit der Steifheit des Rucksackmaterials für einen sicheren Stand; der Rucksack kippt somit auch in beladenem Zustand nicht um.

2. Tragesystem

Das Tragesystem besteht aus den beiden Schultergurten, die mit einem höhenverstellbaren Brustgurt gegen Verrutschen gesichert werden können und einem breiten Hüftgurt. Alle Gurte sind sehr weich und extrem dick gepolstert. Der Hüftgurt ist abnehmbar.

An einem Schultergurt befindet sich eine kleine abnehmbare Tasche für Mobiltelefone oder kleine Navigationsgeräte. Ein iPhone 4 passt knapp hinein.
Das Tragesystem ist in weiten Bereichen verstellbar und leicht an die Anatomie des Trägers anzupassen. Durch die Länge der Gurte ist der Rucksack auch für fülligere Personen geeignet.

3. Einteilung

Der Rucksack ist sehr geräumig. Sehen wir uns zuerst die verschiedenen Fächer an der Außenseite an:
Vorne befindet sich ein großes Fach, welches nahezu die gesamte Fläche des Rucksacks einnimmt. Darin findet man eine Notebookhülle, in die mein 15,4“ MacBook Pro perfekt hineinpasst. Die Notebookhülle kann auch separat verwendet werden.

Im Vorderfach findet man diverse Innentaschen für Stifte und Kleinteile. Durch einen zweiten Reißverschluss, der an der Unterseite des Vorderfachs verläuft, kann man das Fassungsvermögen noch vergrößern.

Auf dem Vorderfach, in der Mitte des Rucksacks, befindet sich eine stabile höhenverstellbare Stativhalterung. Die Stativbeine steckt man in eine kleine Tasche am unteren Rand des Rucksacks, die bei Nichtgebrauch in einem eigenen Fach verschwindet. Die Stativhalterung nimmt mein Feisol CT-3401 sicher auf. Positiv zu vermerken ist, dass der Rucksack auch bei montiertem Stativ noch sicher steht und nicht umfällt. Gut, das hängt auch mit der Größe des Stativs zusammen, aber das Zusammenspiel des Rucksacks mit dem Feisol funktioniert eben perfekt.

An einer Seite des Rucksacks befindet sich eine oben offene Tasche aus einem elastischen, neopren-ähnlichen Material, in die man z.B. eine Wasserflasche stecken kann. Direkt darüber ist eine Schlaufe angebracht, an die man bei Bedarf z.B. einen Objektivköcher anbringen kann. Die Vanguard-Leute werden es nicht lesen wollen, aber meine Lowepro S&F Lens Cases passen sehr gut an diese Schlaufe.

Die andere Seite des Rucksacks trägt eine kleine Tasche mit Reißverschluss, in die weiteres häufig benötigtes Kleinzeug passt. An dieser Seite befindet sich auch der Deckel für den Schnellzugriff auf die Kamera. Leider ist der Deckel zu klein, damit man eine D700 mit angesetztem Batteriegriff schnell und bequem entnehmen und wieder verstauen kann. Ohne Batteriegriff klappt das aber sehr gut. Auf der Innenseite des Deckels findet man zwei Taschen für Speicherkarten und eine Reißverschlusstasche für weiteres Kleinzeug. Positiv hervorzuheben ist die Schlaufe, unter der man den Griff des Reißverschlusses verstauen kann, damit er das Display der Kamera nicht verkratzt. Da haben die Jungs bei Vanguard sehr gut mitgedacht.

Dreht man den Rucksack um, so findet man auf der Rückenseite oben ein großes Fach ohne Inneneinteilung. An der Innenseite des Deckels befinden sich zwei kleine Netztaschen. Dieses große Fach eignet sich, um Klamotten oder Brotzeit unterzubringen. Aber natürlich passt auch Fotozeug hinein. Auf Grund der fehlenden Inneneinteilung ist es allerdings etwas schwierig, Ordnung zu halten.
Die untere Hälfte der Rückenseite bildet der dick gepolsterte Deckel des Hauptfaches, welches die Kamera, Objektive, Blitzgeräte und andere größere Ausrüstungsteile aufnimmt.

4. Innenausstattung

An einer Fototasche ist die Qualität und auch die Flexibilität der Innenausstattung das Hauptargument für oder gegen eine Anschaffung. Ich beziehe mich hier auf den unteren Teil des Rucksacks, das Hauptfach, des mit den bekannten Klett-Trennern variabel entsprechend der zu verstauenden Ausrüstung unterteilt werden kann.

An den Klett-Trennern fällt auf, dass diese nicht ganz so steif und stabil wie die der Konkurrenz Lowepro sind. Die Inneneinteilung wirkt dadurch instabiler als bei meinem Vergleichsrucksack, dem Flipside 400. Zudem stimmen die Maße der langen Trenner nicht. Man kann den Innenraum nicht so einteilen, dass eine D700 richtig hineinpasst. Es ist nötig, die Trenner verbogen einzusetzen. Dadurch wirkt das Ganze etwas seltsam. Bei kleineren Kameras sollte dieses Problem aber nicht auftreten.

Der Zwischenboden zwischen dem oberen und unteren Fach kann entfernt werden, dadurch entfällt aber die Möglichkeit, die Klett-Trenner im unteren Fach zu befestigen. Man kann den Rucksack dann z.B. als Wanderrucksack verwenden.

5. Fassungsvermögen

Der Rucksack nimmt ohne Weiteres folgende Ausrüstungsgegenstände auf:

  • D700 mit Batteriegriff MB-D10
  • AF-S 24-70/2.8 mit Geli
  • AF-D 80-200/2.8 mit Geli
  • AF-S Micro 105/2.8 mit Geli
  • AF-S 50/1.4
  • AiS 20/3.5

Ins obere Fach kommen:

  • Blitzgerät SB-800
  • Cokin-Filterhalter
  • Cokin Filteretui
  • Fernauslöser
  • Novoflex Makroschiene

… und was man sonst noch an Kleinzeug braucht, wenn man auf die große Fototour geht.

Des weiteren passt mein MacBook Pro (15“) in der Notebookhülle und das Apple-Ladegerät hinein.

In das obere Fach kommen dann zusätzlichRegenjacke und Brotzeit.
Der Rucksack ist nun fast voll, ein wenig Luft ist allerdings im oberen Fach noch.

6. Praxiseinsatz

Zum Test der Trageeigenschaften und der Praxistauglichkeit des Rucksacks habe ich ihn mit den oben genannten Teilen und einem Stativ bestückt und dann eine Halbtagestour unternommen.
Trägt man den vollen Rucksack auf dem Rücken, so fühlt sich die dicke Polsterung im Bereich der Lendenwirbelsäule anfangs etwas ungewohnt an. Dieses Gefühl verfliegt aber schnell. Der Rucksack lässt sich optimal einstellen und sitzt dann stramm, so dass er beim Gehen nicht hin und her schwankt. Auch das Stativ sitzt fest in der Stativhalterung und wackelt nicht.
Nach mehreren Stunden keine Beschwerden! Tragekomfort also Bestens!

Nicht ganz erschlossen hat sich mir allerdings der Sinn des Schnellzugriffsdeckels. Wenn man den Rucksack auf dem Rücken hat, kommt man nicht an das Fach – zumindest ich nicht, da ich kein Schlangenmensch bin. Man muss den Rucksack also absetzen. Und wenn das geschehen ist, kann ich die Kamera gleich über den großen Deckel entnehmen.Ich habe auch versucht, den Rucksack bei geschlossenem Hüftgurt auf den Bauch zu drehen und von dort an das Fach zu kommen. Dann zieht jedoch das Gewicht der Fotoausrüstung zu sehr nach unten, als dass man das Schnellzugriffsfach richtig benutzen könnte.

7. Mein Fazit

Der Rucksack hinterlässt einen sehr guten Eindruck bei mir. Das Fassungsvermögen ist riesig, man bekommt alles für eine große Fototour hinein. Auch in voll bepacktem Zustand ist er wegen der vielfältigen Einstellmöglichkeiten und der guten Polsterung des Tragesystems sehr bequem zu tragen.

Zwei Verbesserungsvorschläge habe ich allerdings: Die Klett-Trenner sollten nochmal überarbeitet werden: Sie müssten für meinen Geschmack steifer, stabiler und bzgl. der Abmessungen besser an aktuelle Kameramodelle und den Innenraum des Fotofachs angepasst werden.
Und das Schnellzugriffsfach könnte zugunsten einer etwas geräumigeren Seitentasche entfallen.

Alles in allem ist der VanguardSkyborne 51 ein absolut empfehlenswerter Rucksack!

Weitere Informationen bei Vanguard sowie bei Amazon.

Ich arbeite als Fotograf und führe ein Fotostudio in Heidelberg. Mein Schwerpunkt ist die Portraitfotografie.
Außerdem biete ich Coachings und Trainings zu den Themen Fotografen-Marketing und Photobusiness an.

5 comments

  1. Pingback: Thomas Zilch Fotografie @ publicbrain.de

  2. Joe

    Schöner Bericht mit aussagekräftigen Bildern!

    Zum seitlichen Deckel: mein LowePro Fastpack 250 hat auch einen seitlichen Schnellzugriff, ich nehme dafür den rechten Schultergurt ab, ziehe den Rucksack etwas über die linke Schulter, fixiere ihn dabei mit dem linken Arm und komme dann gut unter dem linken Arm an die seitliche Öffnung – klappt wirklich prima!

  3. Pascal

    Hat der Rucksack Handgepäck Größe oder müsste man ihn auf Reisen einchecken(was ich nie tun würde mit meiner Ausrüstung)

  4. Pingback: Vanguard Adaptor 46 Kamerarucksack Test | Fotografr Ansichten zur Fotografie

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