Herstellung einer Sedcard für Fotomodels
5. Layout entwerfen
Beim Layout sollte man keine allzu großen Experimente machen. Ein einfaches, klares Layout ist immer besser als eine zu verspielte Anordnung der Fotos, im schlimmsten Fall noch kombiniert mit einer “tollen” Schriftart, die unter Layout-Profis nur Kopfschütteln hervorruft.
Am besten ist, man schaut sich an, wie die Sedcards großer Agenturen aussehen und versucht, einen ähnlichen Look zu erstellen, ohne aber die Layouts einfach zu kopieren.

6. Erforderliche Hard- und Software
Für die Druckvorbereitung reicht ein professionlles Grafikprogramm, wie es bei den meisten Fotografen ohnehin vorhanden ist. Mediengestalter setzen in der Regel Adobe Indesign ein, aber für Fotografen ist auch Adobe Photoshop gut geeignet. Mehr an Software ist nicht erforderlich.
Ein aktueller PC ist in der Regel ohnehin vorhanden, bleibt als Anforderung ein hochwertiger Grafikmonitor. Auch wenn viele Fotografen bereits mit kalibrierten Monitoren arbeiten, reicht das für eine Druckvorbereitung nicht aus. Hier sollte man in jedem Fall einen speziellen Grafikmonitor einsetzen, da nur so ein einigermaßen verlässlicher Eindruck des späteren Druckergebnisses am Monitor zu erzielen ist. Ein solcher Grafikmonitor von der Firma Eizo, NEC oder Quato ist ab 800 Euro zu haben. Für jemanden, der sich mit Bildbearbeitung beschäftigt, ist das ohnehin eine gute Investition.
Handelsübliche PC-Montitore können nur einen Teil der Farbinformationen des Foto bzw. in diesem Fall der Sedkarte anzeigen. Insbesondere die sehr dunklen und die sehr hellen Bereiche werden am Monitor gar nicht mehr dargestellt, kommen aber als Farbinformation in die Druckdatei und werden also auch mitgedruckt. Die Überraschung beim Betrachten der fertig gedruckten Karten kann dann groß sein. Eine Kalibrierung eines einfachen Monitors sorgt zwar dafür, dass die Farben “richtiger” dargestellt werden, schränkt den dargestellten Farbraum aber noch weiter ein, sodaß das Problem eher noch größer wird.
Hardwarekalibrierbare Grafikmonitore haben dieses Problem nicht, oder zumindestens nicht in diesem Ausmaß. Diese Monitore können 99 % der Farbinformationen des Fotos darstellen und bieten so Voraussetzung dafür, eine Druckdatei objektiv am Monitor bewerten zu können.
7. Technische Randbedingungen
Die technischen Randbedingungen der Druckdatei erfragt man bei seiner Druckerei.
Als Laie kann man nun vielfältige Fehler machen. Einige der wichtigsten liste ich hier auf
Farbraum CMYK wird nicht verstanden
Die Druckerei hat mitgeteilt, dass sie die Druckdaten im Farbraum CMYK benötigt. Also wandeln viele Personen die Druckdaten erst kurz vor Abgabe an die Druckereit mit der entsprechenden Funktion im Photoshop von RGB nach CMYK um. Das ist aber ein großer Fehler, da so alle Schwarzwerte als Mischung aus Cyan, Magenta und Gelb interpretiert und gedruckt werden. Der Offsetdruck sieht aber dafür die Farbe K (=Schwarz) vor. Es ist also wichtig, von Anfang an im Farbraum CMYK zu arbeiten und schwarze Elemente, insbesondere schwarze Schrift, als K=100 % anzulegen.
Fehlender Randbeschnitt
Die Druckdatei ist immer größer als das endgültige Format der Drucksache, weil nach dem Druck ein Rand von 1 bis 3 mm auf jeder Seite der Drucksache abgeschnitten werden muss. Fehlt diese Zugabe, werden bildwichtige Elemente, zum Beispiel Schriften, abgeschnitten.
Ein Fehler wäre es aber auch, einfach einen 1 bis 3 mm breiten weißen oder schwarzen Rand um die Drucksache zu ziehen. Das Ausschneiden des Endformats geschieht nie 100 % genau, sodass in diesem Fall eine unsaubere Randgestaltung das Ergebnis wäre.
Falsches Farbprofil
In die Layout-Datei wird in der Regel ein Farbprofil eingebettet. Für den späteren Druck wird dieses Farbprofil zwar nicht benötigt, aber es dient zur korrekten Darstellung der Layout-Datei auf dem Bildschirm. Daher muss dieses Farbprofil möglichst genau auf die verwendete Druckmaschine zugeschnitten sein. Die Standard-Druckprofile, die bei Photoshop für CMYK voreingestellt sind, sind nicht geeignet! Man sollte daher bei seiner Druckerei nachfragen, welches Farbprofil verwendet werden muss. Im Normalfall wird das Profil ISO Coated V2 (ECI) empfohlen.
Kosten für einen Proof werden eingespart
Ein Probedruck (Proof), der eine möglichst farbgenaue Simulation des Druckergebnisses liefert, kostet ca. 30 Euro extra. Diese Kosten werden oft eingespart. Das sollte man aber nur dann tun, wenn auf absolute Farbrichtigkeit kein besonders großer Wert gelegt wird und Monitor und Bildbearbeitungsprogramm wie oben beschrieben mit den richtigen Farbprofilen arbeiten.
In dieser Zusammenstellung habe ich nur die wichtigsten Fehler aufgelistet, die Laien in der Druckvorbereitung immer wieder passieren. Erfahrene Mediengestalter werden viele weitere Punkte vermissen, aber das würde hier zu weit führen.
In allen Fällen, in denen es auf eine perfekte Drucksache ankommt, sollte man als Fotograf die Finger davon lassen und die Angelegenheit den Menschen überlassen, die mehr Erfahrung damit haben. Immerhin ist Mediengestalter ein Ausbildungsberuf mit mehrjähriger Ausbildungszeit und die Erstellung von Druckvorlagen eine Angelegenheit, die nicht innerhalb kurzer Zeit erlernbar ist.
8. Endkontrolle und Fehlerkorrektur
Hat man nun alle möglichen technischen Fehler umschifft, sollte man sich abschließend noch einmal die Sedcard genau inhaltlich ansehen: Sind alle Texte auf Schreibfehler geprüft? Sind alle Fotos pixelgenau exakt platziert?
Ein technische Endkontrolle der Druckdaten wird durch die Druckerei vorgenommen, bei Internet-Druckereien muss man das aber in der Regel separat bezahlen.
9. Sedcard drucken
Alle weiteren Schritte (Druckdaten rippen, ausschießen, Druckplatten erstellen, Drucken) übernimmt nun die Druckerei. Nach einige Tagen kann man die fertige Sedcard in Empfang nehmen.
Literatur
Weiterführende Informationen finden sich in folgenden Büchern (Affiliate-Links):
- Grafik für Nicht-Grafiker: Ein Rezeptbuch für den sicheren Umgang mit Gestaltung
- Flyer optimal texten, gestalten, produzieren
- Farbmanagement. Farbsicher zum Druck mit und ohne PDF.
- Frei zum Druck: Was Grafikdesigner über Druck und Vorstufe wissen sollten
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hey ben,
!!!!!
hat dir schonmal jeandgesagt das du nicht schlecht ausschaust
Bin hie zufällig gelandet weil ich einn gute text für meine setcard gesucht habe.
wenn du willst meold dich doch einfach (msn:pinacolada27@hotmail.de Skype:maria-james1)
lg
Soweit ich das sehe, wird die gedruckte Sedcard zunehmend durch eine Sedcard als PDF auf der Webseite des Models beziehungsweise ihrer Modelagentur ersetzt. Denn auch ein Fotograf verwaltet inzwischen nicht mehr große Karteikästen mit Sedcards, sondern stattdessen Bookmarks oder sogar eine eigene kleine Datenbank mit Models je nach Verwendungszweck.
Im übrigen hier auch noch einen Tipp für die Druckerei, wenn es doch gedruckt werden sollen. Ich habe mit den Druckhelden bisher nur beste Erfahrungen gemacht, dort kann man gegen eine geringe Gebühr eine Datei auch noch auf Schlüssigkeit prüfen lassen, ob zum Beispiel für sämtliche eingebetteten Grafiken das gleiche (CMYK) Farbprofil verwendet wurde oder es Transparenzprobleme gibt.