Praxis-Test Samsung NX11 auf dem Hockenheimring

Von Samsung bekam ich im Anschluss an den Streetart-Workshop in Berlin die neue Systemkamera NX11 zur Verfügung gestellt, um sie zu testen. Als eingefleischter Spiegelreflex-Fotograf war ich natürlich etwas skeptisch, als ich die Kamera das erste mal in die Hand bekam. Vom Design her sieht sie zwar wie eine Spiegelreflex-Kamera aus, insgesamt ist sie aber deutlich kleiner.
Im letzten Jahr war ich mit der CANON EOS 1 DIIn auf dem Hockenheimring, einer Kamera, die ein wenig in Jahre gekommen ist und wegen ihres rasanten Autofokus und ihrer Serienbildbeschwindgkeit sehr gerne von Sportfotografen eingesetzt wurde.
Es war mir von vornherein klar, dass sich eine Systemkamera da im Vergleich schwer tun wird, aber ich wollte ja herausfinden, wo die Grenzen dieser Kamera sind.
Ein Knackpunkt sind häufig Auslöseverzögerung und Autofokusgeschwindigkeit. Samsung selber wirbt bei dieser Kamera damit, dass die NX11 einen schnellen Autofokus besitzt. Und tatsächlich: Am Rand der Boxengasse stehend schaffte ich es, mit der NX11 die doch mit erheblicher Geschwindigkeit durchfahrenden Rennwagen scharf einzufangen. Erste Disziplin bestanden ….
Eine weitere wichtige Eigenschaft höherpreisiger Spiegelreflexkamera ist für mich die Verfügbarkeit sehr offenblendiger Objektive. Ich fotografiere zum Beispiel sehr gerne mit den Canon Objektiven 135 mm 1:2.0 sowie 85 mm 1:1.8. So kann ich auf dem Hockenheimring beispielsweise Fahrerportraits von dem Hintergrund abheben und ein Spiel mit Schärfe und Unschärfe in die Bilder legen.
Die Samsung NX11 kommt standardmäßig mit einem 18-55 1:3.5 – 5.6 Objektiv, darüber hinaus hatte ich noch ein Pancake 30 mm 1:2 Objektiv. Mit beiden Objektiven gelang es mir nicht, Personen oder Objekte von Hintergrund freizustellen, da entweder die Brennweite zu gering war oder die Blende zu weit geschlossen. Erst Ende des Jahres 2011 plant Samsung ein 85 mm 1:1,4 Objektiv, mit dem das wahrscheinlich besser klappen wird.
Nächste Test-Disziplin: Sucher und Monitor. Da die Samsung NX11 eine sogenannte spiegellose Systemkamera ist, muss man auf einen “echten” Sucher leider verzichten. Es ist ein elektronischer Sucher vorhanden und natürlich der Live-View auf dem rückseitigen Monitor. Die Umschaltung erfolgt jeweils automatisch über einen Sensor an der Kamera-Rückseite. Für mich als Brillenträger war die Benutzung des Suchers eher schwierig, da ich nicht das gesamte Sucherbild einsehen konnte, also nutzte ich den Live-View. Da machte sich das auch bei Sonne gut ablesbare AMOLED-Display bezahlt.
Bei der Ausstattung und Bedienung der Kamera habe ich nichts wichtiges vermisst. Zeit- und Blenden-Automatik sind ebenso vorhanden wie der manuelle Modus. Darüber hinaus kann man Filmsequenzen in HQ-Qualität und Panorama-Fotos anfertigen. Außerdem wirbt der Hersteller mit einer einfachen Bedienung mittels i-Function: Idee ist, über einen Knopf am Objektiv Zugriff auf die wichtigsten Kameraeinstellungen zu bekommen. Da klappt auch gut, allerdings nur, wenn man die Kamera so hält, dass dieser Knopf ohne Absetzen der Kamera leicht erreicht werden kann.
Gesamteindruck: Insgesamt macht die Arbeit mit der Samsung NX11 viel Spaß. Die Bedienung ist intuitiv und die Bildergebnisse können sich sehen lassen. Dazu trägt natürlich auch der relativ große APS-C Sensor bei. Und durch das geringe Gewicht der Kamera nimmt man die NX11 auch gerne einmal mit, wenn man die “große” Ausrüstung zu Hause lässt.
Hier einige Beispielfotos von meinem Besuch auf dem Hockenheimring. Die unbearbeiteten Rohversionen in Original-Auflösung können jeweils durch Klick auf das Bild angezeigt werden.
Mein Fazit: Die Samsung NX11 ist deutlich kleiner und leichter als eine Spiegelreflexkamera. Dafür muss man auf ein vollwertiges Sucherbild und die Verfügbarkeit offenblendiger Teleobjektive verzichten. Ansonsten bringt die Kamera aber alles mit, was der anspruchsvolle Amateurfotograf braucht.
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Die Bilder sprechen aber nicht für eine Qualität der Kamera – finde ich
Danke für Deine Rückmeldung, Viktor,
Was hättest Du denn anders gemacht?
Gruß Michael
Nein, ich mein nicht Dich, sondern die Kamera
Sie scheint qualitativ nicht so der Brüller zu sein.
1.) Pseudo HDRs sind zwar keine richtigen HDRs aber so ein verrauschtes Bild hab ich schon lange nicht mehr gesehen. Da sind mehr Farbklekse drin, als alles andere.
2.) sieht das letzte Bild mit den Reifenstapeln irgendwie total flau aus. Als ob die dunklen Töne völligst fehlen oder per RAW Regler extrem aufgehellt wurden…..
und das schon bei den kleinen Bildern…..
Um die Qualitäten der Kamera ohne Bildbearbeitung beurteilen zu können, habe ich ja die Originalversionen ebenfalls angehängt ….
Gruß Michael
… Du hast Recht, das Rauschen war mein Fehler und nicht der Kamera anzulasten, ich hab es mal ein wenig überarbeitet …
döng, wer lesen kann ist klar im Vorteil. Irgendwie habe ich den Part mit den Originaldateien übersehen, sorry…
Aber die schwarzen Reifen sehen auch im Original doch recht farbkleksig aus. Sehe “viel” grün und rot und das bei ISO 400 — ok ok, das ist jetzt vielleicht schon den Fehler im Detail suchen… aber für den Preis?! Da wär mir glaub eine kleine DSLR doch lieber…
Mein Onkel hat bspw. die PEN. Schönes Ding. Aber kauf dafür mal ein vernünftiges Objektiv. Mit dieser ists genauso
Ok, das Pancake wär schon was……
Ich fänd jetzt einen Vergleich mit einer guten Brigde Kamera super
@Viktor: >> “Da wär mir glaub eine kleine DSLR doch lieber”
Das IST ein DSLR-Sensor.. der Sensor war in der Pentax K20D im Einsatz und in modifzierter Form auch in der Pentax K7.
Er ist vielleicht nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit.. High-Iso fähig (nach heutigen Maßstäben) ist er nicht so wirklich. Wobei die Meinungen da geteilt sind, zumindest in den Pentaxen (gerade bei der K7) sagt man ihm ein “schönes” Rauschen nach, mehr Luminanz als Chroma, mit gewissen analogem Charakter. Es kann aber sein, dass die nachgelagerte Elektronik darauf einen gewissen Einfluss hat und die Pentax-Ingenieure damals den Samsung-Sensor besser “gebändigt” bekommen haben als die Samsung Leute selber.
Ich habe eine K7 und kann mich eigentlich nicht beschweren… auch wenn das damals von Pentax zeitgleich ausgelieferte Einsteiger-Modell (Pentax K-x) DEUTLICH mehr High-Iso fähig war als das damalige Spitzenmodell K7 ….. wohl dank eines Sony-Sensors. (War ziemlich auf Nikon D7000 Niveau, und das damals schon..). Diese Tatsache (Einsteigermodell besser im High-ISO als die wesentlich deutlich Semi-Profi – Kamera) war damals immer ein beliebtes Thema unter den Pentaxianern.
Mittlerweile verbaut Pentax nur noch Sony Sensoren (Pentax K-r, Pentax K5).
Danke für den Bericht!! Ich weiß nach 6 Wochen noch nicht sicher ob ich meine NX100 toll finde oder nicht. Die Faszination ist hoch, die Praxistauglichkeit weniger. Und die Kameras müssen sich den Vergleich mit entspr. DSLRs – bei mir Nikon D3100 (als Familienknipse), D7000 und D700 – eben gefallen lassen…
Wie gesagt – die Faszination ist hoch!
Nochmals Danke für den Beitrag
JJ
Kleiner Nachtrag zum Thema EVIL (Samsung NX11). Mein Traktat (zur NX100) ist online:
http://www.photoscala.de/Artikel/6-Wochen-mit-Samsungs-NX100
Wer hat Erahrungen zur/mit den mFT Panasonic GHxen oder den Sony NEXen
RJ
[...] habe bisher mit der Olympus PEN, mit der Samsung NX11 sowie mit der Panasonic Lumix G3 gearbeitet. Über diese Kameras hinaus fallen mir noch die Ricoh [...]