Datenhaltung für Fotografen – Wie macht Ihr das?

Aus dem Fotografr-Forum. (2010) Die Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der FOTOGRAFR-Redaktion wieder.


Christian R

Hallo zusammen,

Mich würde mal interessieren, wie Ihr das mit Eurer Datenhaltung handhabt, weil ich in den nächsten zwei bis drei Monaten in Sachen Datensicherung meinen “Plattenfuhrpark” erweitern muss und zur Zeit am überlegen bis, dass von Grund auf neu zu strukturieren.

Bei mir es es so: ich sichere meinen Mac (Betriebssystem, Applikationen und ein paar wenige Dokumente) auf eine 1 TB Platte extern. Auf die gleiche Platte landet aber auch die Datensicherung meiner Fotos, ebenfalls eine externe 1TB Platte. Jaja, mir war schon vor vorn herein klar, dass das rechnerisch nie aufgeht, aber ist irgendwie so gewachsen.

Bevor ich jetzt aber dieses Flickwerk mehr oder weniger sinnlos erweitere, bin ich auf der Suche nach Anregungen, wie man das anders machen kann. Was mir halt auch nicht ganz unwichtig ist, ist die Performance mit den Bildern, die ich “täglich” benutze. Meine aktive Datenplatte ist per FireWire 800 an meinem Mac angeschlossen und ich finde das Tempo sehr nett und möchte eigentlich auch nicht langsamer.

Wie macht Ihr das so?

Viele Grüße
Christian


wonderer

Hallo,

ich denke hier gibt es mehrere Ansätze und Präferenzen. Zum einen geht es um viel Speicher und zum anderen um die (Langzeit)Sicherung und Absicherung gegen Datenverlust.

Ich persönlich habe ein NAS – ähnlich z.B. dem Thecus N5200, siehe http://de.thecus.com/products_over.php?cid=51&pid=157&set_language=german – für die Sicherung und Lagerung der Daten und darüberhinaus mehrere externe Festplatten für den schnellen Alltagsgebrauch.

Der Grund für meinen Aufbau ist, das ich Bilder eher Tagesaktuell maximal ca. 1 Monat in Bearbeitung habe. Danach wandern Sie ins “Lager”. Die Lagerung der Bilder ist Ausfallsicher, da in dem angesprochenen NAS ein RAID System werkelt, welches die Daten über mehrere Festplatten spiegelt. Das bedeutet eine Hohe Datensicherheit und zusätzlich ausreichend schnelle Zugriffsraten. Zwei Festplatten aus dem RAID habe ich zusätzlich im wöchentlichen wechsel in Safe liegen.
Die externen Festplatten haben den Vorteil, das ich immer genügend Speicher für Unterwegs dabei habe, ich die zur Zeit nicht verwendete Platte am stationären Rechner hängen habe um die Daten auf das NAS zu sichern/synchronisieren.
Dies erfordert sicherlich eine gewisse Eigenkondition was Sorgfalt, Lagerverwaltung und Koordination angeht aber mit entsprechenden Bildverwaltungstools geht das sehr gut.

Gruß


Omori

Hallo,

die verschiedenen Möglichkeiten habe ich hier
http://www.fotografr.de/88/sichere-datenspeicherung-fuer-fotografen/
beleuchtet.

Persönlich nutze ich eine 1TByte Festplatte, die dauerhaft in meinem häuslichen Netzwerk hängt sowie mehrere externe Festplatten, die mit diesem Gerät
http://www.fotografr.de/1336/was-ist-der-ideale-datenspeicher-fuer-den-fotografen/
temporär angeschlossen werden.

Darüber hinaus kommt von Zeit zu Zeit ein RAID NAS zum Einsatz.

Backup Programme nutze ich gar nicht, sondern nur selbstgeschriebene Batch-Files bzw. das Dienstprogramm Robocopy von Microsoft.

Gruß Michael


Carlo

Hallo

Ich habe drei externe Platten an meinem Mac hängen. Eine davon beinhalted das Backup der internen Platte, welche ich mit Time Machine in zugegebenermassen unregelmässigen Abständen erstelle. Die beiden anderen externen Platten beinhalten alle Bilder. Die beiden Platten synchronisiere ich jeweils manuell. z.B. wenn ich neue Bilder von einem Shooting habe, oder ungefähr nach einer Arbeitswoche. Zum spiegeln der Platten benutze ich Synchronize Pro.

Grüsse
Carlo



Tunnelrat

Systemlaufwerk -> Time Machine
Eigene Dateien (zusätzlich) -> Mobile Me

Fotos, Lightroom Kataloge, etc. -> Raid Systeme
Fotos (bearbeitete uns ausgewählte Fotos als DNG und JPG) -> Photoshelter

Komplettes Backup aller Daten jede Woche auf externe Platten (externe Lagerung)


Christian R

Hallöchen,

vielen Dank für die Anregungen. Ich denke, zukünftig werde ich das so halten:

- Mac via TimeMachine auf externe FW-Platte
- Daten in einem NAS mit Gigabit-Anbindung, dort gespiegelt
- in regelmäßigen Abständen Sicherung der Daten auf ein weiteres Laufwerk, dass außer Haus untergebracht ist.

Damit sollte ich eigentlich ganz gut davor sein und das bei einem überschaubaren Investitionsaufwand.

Vielen Dank noch mal für die Tipps!

Viele Grüße
Christian


Christian Ahrens

Hallo,

vielleicht kann ich auch noch etwas zu dieser Diskussion beitragen.

Ich stand vor einiger Zeit auch vor diesem Problem, und mich nach einigem Überlegen zu folgender Lösung (vorerst) entschieden:

Bisher habe ich ausschließlich mit einem Macbook Pro gearbeitet, an das zwei per Firewire angeschlossene RAID-Platten angeschlossen waren (gespiegelte 1 bzw. 0,5 Terabyte). Das wurde langsam knapp, und ich wollte eine Lösung, die auf 2-3 Jahre Bestand hat.

Gleichzeitig war ich mit der Performance des Macbook Pros in Verbindung mit den externen Platten nicht immer zufrieden.

Daher habe ich mich passend zu Weihnachten (man soll sich auch mal selbst beschenken) einen Mac Pro erworben, in dem gleich vier Festplatten à 2 TB verbaut sind. Jeweils zwei dieser Platten habe ich zu einem Leistungs-Raid zusammengeschlossen, so dass mir jetzt 2 extrem schnelle 4 TB-Partitionen zur Verfügung stehen.

Auf dem ersten befindet sich das Betriebssystem + den Officedaten usw. + die Aperture Bibliothek sowie das JPG-Archiv (die exportierten Kundendaten, die ich aus Aperture herausschreibe). Auf dem zweiten Raid ist meine Datensammlung mit den RAWS.

Das ganz ist leistungstechnisch natürlich top, aber es ist höchst unsicher, weil schon der Ausfall einer einzigen Platte mich in Schwierigkeiten bringen wird.

Daher gibt es extern eine Time-Machine-Sicherung des Systems + Office-Daten und JPG-Exporte auf einer kleinen, tragbaren Notebook-Platte (kann man in der Jackentasche mitnehmen, was ich auch tue, wenn niemand zu hause ist oder wenn wir in Urlaub fahren usw.).

Und ich nutze die alten RAID-FW-Platten zur externen Datensicherung der Aperture-Bibliothek und der RAWS.

Gegen Ausfälle bin ich damit weitgehend sicher, vorausgesetzt die Sicherungen werden regelmäßig gemacht (worauf ich aber achte). Im Falle von Feuer oder Einbruch und Diebstahl habe ich derzeit zumindest meine JPG-Exporte, was dem Supergau vorbeugt.
Ich werde aber auch hier noch zusätzliche Platten nutzen, um Daten extern einzulagern.

Klingt alles ziemlich kompliziert und hat zugegebenermaßen eine gewisse Fragilität (sprich: es steht und fällt mit meinem Fleiß, regelmäßig zu sichern). Gleichzeitig profitiere ich aber von einer enormen Performance, die mir sehr wichtig ist. Ich habe keine Zeit, auf meine Anwendungen zu warten.

Viele Grüße und ein erfolgreiches und glückliches 2010!
Auf dass Eure Ziele sich erfüllen!

Christian

http://www.christianahrens.de


Ich arbeite als Portrait-Fotograf und führe ein Fotostudio in Heidelberg. Außerdem biete ich Coachings und Trainings zu den Themen Fotografen-Marketing und Photobusiness an.

9 comments

  1. Ulf

    Hi,
    ich habe mir ebenfalls ein NAS eingerichtet. Vorteil, ich kann von überall und immer auf meine Daten zugreifen (Stichwort Cloud) und die Datensicherung erfolgt bei mir auf eine weitere Festplatte, die ich an einem anderen Ort aufbewahre. Geht aber mit dem System auch über Internet bei einem kommerziellen Cloud Anbieter (z.B. Amazon) oder z.B. bei einem Bekannten, der das gleiche NAS einsetzt:
    http://ulfs.jimdo.com/2010/12/30/speicher-f%C3%BCr-fotografen/

    Gruß
    Ulf

  2. Christian Rohweder

    Meine Güte, ich sollte meine Posts Korrekturlesen bevor ich sie abschicke :-D

    Der Vollständigkeit halber möchte ich kurz zeigen, wie es aktuell bei mir ausschaut – und auch warum.

    Denn der ursprüngliche Plan scheiterte schlicht an der Performance das von mir angeschafften NAS. Die Übertragungsraten sind einfach grottig mit dem Teil – so will ich nicht arbeiten. Deshalb ist der aktuelle Stand wie folgt:

    Mac wird inklusive Lightroom-Katalog auf eine externe USB-Platte per Time-Machine gesichert. Meine Fotos werden beim Import in Lightroom auf eine externe FW-Platte kopiert. Das ist dann auch meine Arbeitsplatte. Einmal täglich wird wird diese auf das NAS gesichert, das auf RAID1 eingestellt ist. Als Sicherungssoftware kommt “Super Flexible File Synchronizer” zum Einsatz, nachdem meine bis dato genutzte Software sich nicht in der Lage sah Daten auf ein Netzlaufwerk zu sichern. Manuell wird dann noch eine gesonderte Sicherung für die Auslagerungsplatte angestoßen

  3. Christian

    Ich sichere die Daten sowohl auf externen Festplatten, als auch bei einem Online-Dienst. Im Falle eines Feuers etc. habe ich also immer noch das Backup beim Online-Dienst, so dass ich relativ sicher bin.

  4. Einbock Robert

    Hey Hallo,

    hier mein Tip, und Vorschlag!
    Ganz einfach!
    2. Platte, oder eine Platte, partitionieren!
    Dann das Programm: cbBackup (Freewware) hernehmen und Daten Sichern.
    Das Programm kann Inkemintelle, oder sogar FTP Sicherungen.

    LG
    Robert

  5. Felix

    Also in unserer Agentur läuft alles in unser NAS System im RAID 1. Da haben wir mind. 1,5 TB. Allerdings bekommen unsere Kunden online Zugriff zur Einsicht der Fotos. Das machen wir mit der meebox. Ist recht flexibel und intuitiv.
    Grüße
    Felix

  6. Knut

    Ich habe zumindest eine JPG-Kopie eines bearbeiteten Bildes auf ZENFOLIO abgelegt. Ich kann sie dann gleichzeitig auch in “Collections” packen, um sie jmd zu zeigen etc. Das ersetzt natürlich kein Festplattenbackup lokal; aber dafür bei Explosion in den eigenen vier Wänden: Ein JPG habe ich noch :-)

    Gruß

    Knut

  7. Pingback: RAID + Unkenntnis = Katastrophe » blog.intermayer.com

  8. Daniel Rath

    Ich möchte dieses Thema noch einmal aufgreifen.
    Meine Daten speichere ich auf Festplatten, hatte aber immer das Problem diese vernünftig zu lagern. Bisher hatte ich die Icybox genutzt, eine Dockingstation für SATA-Festplatten.
    Seit letzter Woche benutze ich s.g. BytePacs. Das Prinzip ist richtig genial wie ich finde. Die Festplatten kommen in ein Kartongehäuse (=BytePac) und werden damit dann gelagert / ins Regal gestellt / was auch immer. Die Festplatten kann ich dann über das USB-Kabel anschließen.
    Das ist vielleicht auch was für euch. Die Idee hab ich hier von stadt-bremerhaven: http://stadt-bremerhaven.de/kurze-review-convar-bytepac-kit


  9. Author
    Michael Kirchner

    Hi Daniel, da habe ich aber einen besseren Tipp: In einer fast gleichen Pappverpackung versendet Amazon seine Festplatten, wenn sie mit der Kennzeichnung “frustlose Verpackung” oder so ähnlich gekennzeichnet sind. Das ist dann kostenlos ;-)

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