Digital Painting mit (realem) Zeichenstift und Photoshop




Von Sven Reifschneider, Hobbyfotograf und Bildbearbeiter. Mehr über ihn auf seinem Blog: blauesledersofa.de

Du möchtest neue Zeichentechniken lernen und deinen Zeichnungen zum Schluss digital den letzten Kick geben? Dann bist du bei „Mechanika“ richtig.

Doug Chiang gehört zu den besten Zeichnern bzw. „digital painter“ in der Science-Fiction Branche.
Somit liegt bei diesem Buch der Schwerpunkt auch auf Science-Fiction Zeichnungen, wie der Titel schon vermuten lies.

Schritt für Schritt zeigt er einem, wie man solche Zeichnungen erstellt. Am Anfang ist das wirklich nur auf Papier, es hat also noch nicht so wirklich etwas mit digital painting zu tun. Das ist jedoch sehr nützlich, da man viele Sachen lernt, die man vorher noch nicht wusste, besonders, wenn man noch nicht allzu versiert mit dem Zeichnen ist.

Ein kleines Problem für den Anfang mag vielleicht sein, dass Doug Chiang sehr umfangreiche Werkzeuge nutzt. Jedoch benötigt man sicherlich nicht alle, und die wichtigsten gibt es wohl in den meisten Schreibwarenläden.

Das schöne an „Mechanika“ ist, dass einem die komplette Entstehung von einem Objekt gezeigt wird, nicht immer nur Teile davon. So finden sich am Anfang Fortbewegungsmittel, welche allerdings nur mit Bleistift gezeichnet und wirklich nur leicht schattiert werden. Doch der digitale Part kommt recht schnell.

Hier finden sich viele Bilder von Photoshop, die größtenteils selbsterklärend sind. Photoshop wird hier allerdings nicht für das komplette Zeichnen benutzt, sondern eher zum einfärben der Zeichnung sowie dem hinzufügen von Lichtern und Schatten, was dem Bild die nötige Plastizität gibt.

Das sind am Anfang Roboter, roboterartige Maschinen und auch noch Fortbewegungsmittel, später dann Fluggeräte. Und das alles auch wieder Schritt für Schritt mit einzelnen Bildern und Erklärungen. Wenn man also einfach mal etwas nachzeichnen möchte, so muss man nur der Anleitung folgen, wie sie im Buch zu finden ist.

Im Laufe des Buches werden die Bilder logischerweise immer anspruchsvoller. Wo man am Anfang lediglich zum Schluss ein Bild hatte, was aus Bleistiftlinien und Filzstift bestand, so hat man zum Schluss fertig kolorierte, schattierte Bilder, zum Teil schon ganze Szenen, welche digital im Computer sind.

Wer jetzt der Meinung ist, dass Buch sei eigentlich schon recht gut, aber das Science-Fiction liegt einem nicht so ganz, dem kann ich es dennoch empfehlen. Denn die Zeichentechniken und auch, was man am Computer macht, kann man auf alle Zeichnungen übertragen. Ob man jetzt einen Roboter oder ein Schiff zeichnet und koloriert; der Weg ist überall derselbe. Aber ein, wenn auch nur leichtes Interesse an Science-Fiction ist hier dennoch von Vorteil.

Insgesamt gesehen ist das Buch wirklich empfehlenswert für den Einstieg in die Welt des digitalen Malens und somit seinen Preis wert.
Es werden einem viele Techniken beigebracht und die begleitenden Texte neben den einzelnen Schritten, aber auch Hinweise und Design-Tipps, unterstützen das Verständnis, was denn genau erarbeitet wurde.

Wie schon erwähnt, ist der Aufbau des Buches sehr gut gewählt. Gruppiert nach Themen, was gezeichnet wird, findet man immer anspruchsvoller werdende Bilder, alle begleitet von Texten und Anmerkungen, welche gut leserlich neben jedem Bild zu finden sind. Darüber hinaus gibt es Einleitungen und zum Schluss immer eine ganze Seite, auf der man das endgültige Bild begutachten kann.

Ich kann „Mechanika“ also weiterempfehlen, denn mir hat es den Einstieg in diese Materie, welche mir vor diesem Buch noch relativ neu war, um einiges erleichtert, auch wenn Science-Fiction Zeichnungen nicht zu meinen persönlichen Stärken gehören, aber wie schon erwähnt, kann man diese Techniken auch auf andere Zeichnungen übertragen.

Doug Chiang: Mechanika – Digital Painting für Science Fiction
ISBN: 978-3-8266-5889-1
€ 34,95 [D]

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