Das kleine Einmaleins der Hochzeitsfotografie – Teil 2

Im ersten Artikel “Das kleine Einmaleins der Hochzeitsfotografie” bin ich vor allem auf die technischen Aspekte der Hochzeitsfotografie eingegangen. Im zweiten Teil folgen nun Hinweise zur Vorbereitung sowie zur Durchführung der Hochzeitsfotos bei der Trauungszeremonie sowie anschließend im Park.
Vorbereitung und Vorgespräch
Sind vom Hochzeitspaar nur Hochzeitsfotos im Park oder im Studio gewünscht, ist ein Vorgespräch nicht erforderlich. Man sieht das Brautpaar am Hochzeitstag zum ersten mal und veranstaltet das Shooting an einem Ort, von dem man Lichtverhältnisse und Hintergrundmöglichkeiten genau kennt.
Soll aber auch die Trauung in der Kirche oder im Standesamt und außerdem noch die Feier fotografiert werden, ist ein ausführliches Vorgespräch mit dem Brautpaar sehr sinnvoll. Darin klärt man den Ablauf des Tages (Uhrzeiten, Örtlichkeiten, Beteiligte, …) sowie den gewünschten Bildstil (eher konventionell oder eher modern). Außerdem werden besondere Wünsche des Brautpaare festgehalten ( “… meine Oma Ilse soll in jedem Fall mehrfach portraitiert werden ….”).
Alle Daten und Wünsche sowie der vereinbarte Lieferumfang werden zusammen mit dem vereinbaren Preis schriftlich festgehalten. Dazu gehört auch der Hinweis auf ein eventuelles Ausfallhonorar des Fotografen.
Trauungszeremonie
Selbstverständlich sollte man sich vor den Aufnahmen mit Pfarrer bzw. Standesbeamten abstimmen. Manchmal kommt es vor, dass bestimmte Einschränkungen gelten (zum Beispiel Fotos nur aus bestimmten Blickwinkeln o.ä.).
Man sollte den Pfarrer oder Standesbeamten zwar nicht verärgern und sich möglichst an Absprachen halten. Wichtig ist aber sich zu vergewissern, dass man anschließend vom Brautpaar bezahlt wird, nicht vom Pfarrer. Daher haben deren Interessen an guten Bildern einen höheren Stellenwert als die Wünsche des Pfarrers. Mir ist es einmal passiert, dass der Pfarrer vor der Trauung von mir verlangt hat, Fotos nur von der Empore aus und ohne Blitz zu machen. Als ich dann dort oben stand, haben sämtliche Verwandten ihre Kompaktkameras gezückt und haben aus der ersten Reihe drauflos geblitzt, ohne dass der Pfarrer darauf reagiert hätte. Natürlich habe ich dann auch die vorherige Vereinbarung ignoriert und bin ebenfalls nach vorne gespurtet, um meine Bilder zu machen.
Wenn es die Räumlichkeiten ermöglichen, blitzt man indirekt gegen die Decke oder die Wand. In den meisten Standesämtern ist das möglich.
In der Kirche kann man nicht indirekt blitzen. Dort blitzt man direkt, achtet aber darauf, dass das natürliche Licht nicht völlig absäuft. Dazu stellt man die ISO-Zahl herauf (z.B. auf ISO 800 oder ISO 1600) und blitzt im M-Modus.
Hochzeitsfotos im Park
Jeder Hochzeitsfotograf hat wohl seinen Lieblingspark. Bei mir ist das der Schlosspark in Schwetzingen, der sehr gut geeignet für Hochzeitsfotos ist. Das wissen natürlich auch die Mitbewerber und so kommt es, dass an einem Samstag zur selben Zeit häufig drei, vier oder noch mehr Fotografen bei der Arbeit sind. Es soll auch schon vorgekommen sein, dass sich Fotografen gegenseitig die Kunden abgejagt haben, aber das ist wohl eher der Ausnahmefall. Mit einer schriftlichen Beauftragung kann das ohnehin nicht passieren.
Die Location ist also bekannt und der Umgang mit Aufhell-Reflektor oder Aufhellblitz geht routiniert von der Hand. Hauptaufgabe ist dann, das Brautpaar zu motivieren. Häufig ist der Tag hektisch und stressig und es braucht eine gewisse Zeit und natürlich auch das Einfühlungsvermögen des Fotografen, damit die beiden Brautleute entspannt in die Kamera lächeln. Und diese Zeit sollte man sich und dem Brautpaar auch geben.
Weitere Themen
Teil 3 der kleinen Serie zum Thema Hochzeitsfotografie beschäftigt sich mit dem Gruppenfoto der Hochzeitsgäste sowie dem Fotografieren während der Hochzeitsfeier
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Wann ist denn mit Teil 3 zu rechnen?
Wir haben doch schon Juni
@ Cyrano: Ich denke es wird leider Mitte bis Ende des Monats
In der Kirche blitzen? Das kommt bei mir ganz, ganz, ganz selten vor. Ich handhabe es da wie bei Konzerten, da darf auch kein Blitz eingesetzt werden und somit bin ich bei der Trauung ganz diskret und keiner füllt sich gestört.
ich würde vom blitzen in der Kirche auch abraten
Ein paar ruhige Worte mit dem Pfarrer lösen die Vorbehalte meist. Bis auf ein paar ganz zähe, die ich hier kürzlich kennenlernen durfte. Wie du schreibst, fotografiert man für das Brautpaar und wenn dieses in schwierigen Fällen auch betont, dass es die Fotos möchte, klappt’s dann meistens.
Bezüglich blitzen bin ich mit den anderen hier einverstanden. Wenn möglich ohne, ist meine Einstellung dazu.
Und dem mit dem Lieblingspark versuche ich stets entgegen zu wirken. Durch immer mal wieder andere Locations bleibt meine kreative Motivation höher.