Was macht einen erfolgreichen Fotografen aus?

Das Wissen eines Berufs-Fotografen ist sein Kapital, mit dem er sein Geld verdient und das ihn von seinen Mitbewerbern unterscheidet.

Diese Aussage ist früher richtig gewesen, heute dagegen verändert sich das Bild. Fotografisches Wissen ist im Internet und in Fachbüchern in fast unbegrenzter Menge vorhanden. Es gibt kaum eine fotografische Fragestellung, die sich nicht durch eine Internet-Recherche klären ließe.

Bereits im Jahr 1999 haben CISCO-Manager im Buch “net ready” erkannt: “Die Halbwertszeit des wettbewerbsrelevanten Wissens schrumpft so schnell, dass es oft besser ist, dieses Wissen zu teilen, solange es noch einen Wert hat, anstatt es zu horten und zuzusehen, wie es an Wert verliert.” Quelle: net ready (Amazon).

Das ist auch der Grund dafür, warum es keine Selbstzerfleischung ist, wenn man als Fotograf andere an seinem Wissen teilhaben lässt. Hier auf FOTOGRAFR und auf unzähligen anderen Webseiten geben Fotografen ihr Wissen weiter, ohne dass sie Angst haben, sich den Ast abzusägen, auf dem sie sitzen. Ganz im Gegenteil: Da das Wissen ohnehin kein Geheimnis mehr ist, kann es auch nicht schaden, wenn man es weitergibt.

Die Vorteile liegen aber auf der Hand: Durch einen intensiven Wissensaustausch wachsen auch die eigenen Fähigkeiten und man knüpft Kontakte, die in seinem eigenen stillen Kämmerlein nicht möglich wären. Das alles lässt sich nicht sofort in bezahlte Aufträge umsetzen, aber mittelfristig zahlt sich diese Vorgehensweise aus, da bin ich mir sicher.

Wenn das Wissen kein Unterscheidungsmerkmal mehr ist, was unterscheidet denn dann den erfolgreichen Fotografen vom weniger erfolgreichen?

Aus meiner Sicht sind das die folgenden Aspekte

Erfahrung

  • Viele Aufgaben sind nur mit der entsprechenden Erfahrung zu meistern. Theoretisches Wissen ist das eine, aber in der Praxis sieht vieles dann doch anders aus.

Verlässlichkeit

  • Auftraggeber schätzen verlässliche Partner. Nichts ist schlimmer, als wenn Zusagen oder Termine nicht gehalten werden oder die Qualität hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Fähigkeit zur Selbstvermarktung

  • Kunden kommen nicht automatisch. Sie wollen überzeugt werden, dass sie den richtigen Anbieter gefunden haben. Einfach nur “gut” sein, reicht nicht.

Persönlichkeit / Persönlicher Stil

  • In einer Zeit, in der ein Überangebot an fotografischen Dienstleistungen herrscht, ist es wichtig, sich eindeutig zu positionieren. Der “Gemischtwarenhänder”, der versucht, jede Anfrage zu befriedigen, wird im Einheitsbrei untergehen.

Empfehlungen

  • Zufriedene, im Idealfall sogar begeisterte Kunden sind die beste Werbung.

Netzwerk

  • Partner, mit denen man vertrauensvoll zusammenarbeitet sind ein wichtiger Baustein, um eine komplette und verlässliche Leistung abgeben zu können.

Fleiß und Hartnäckigkeit

  • Nur, wer seine Aufgaben mit Hingabe und Engagement erledigt, kann langfristig erfolgreich sein.

Hinter all diesen Erfolgkriterien tritt das fotografische Wissen aus meiner Sicht zurück. Es ist nicht unwichtig, ganz im Gegenteil, es wird als selbstverständlich vorausgesetzt. Aber es reicht bei weitem nicht, um erfolgreich zu sein.

Wie geht es Euch? Habt Ihr Bedenken, Euer fotografisches Wissen weiterzugeben?

Wie man an meinen zahlreichen Artikeln hier auf FOTOGRAFR oder als Gastautor in anderen Blogs sieht, fällt mir selber das in den meisten Fällen aus den oben genannten Gründen nicht so schwer. Ein paar Dinge gibt es aber, die ich für mich behalte. Alle Geheimnisse möchte ich doch nicht verraten.  ;-)


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Kommentare

5 Kommentare zu “Was macht einen erfolgreichen Fotografen aus?”
  1. Christian sagt:

    Hm…… dem ist eigentlich nichts hinzu zufügen, ausser vielleicht: schön auf den Punkt gebracht ;-)

  2. gf sagt:

    Ich kann dir 100% zustimmen!

  3. sventront sagt:

    Auch kann das so Unterschreiben.
    Ich stehe immer gern anderen Fotografen, vor allem denen die am Anfang stehen, mit Rat und Hilfe zur Seite. Ich habe keinerlei Kopfschmerzen damit, mein Wissen weiterzugeben.

  4. Dem kann ich nur zustimmern, ich erinnere mich noch an die Zeiten wo die Digitalfotografie noch in den Kinderschuhen steckte. Ich und ein befreundeter Fotograf der in Köln arbeitet tauschten uns ständig aus welche Erfahrungen wir mit neuen Programmen machten, wie wir IPTC Daten und Beschriftungen anlegten, wie wir unsere Bilddatenbank pflegten, wie wir neue Kundenkontakte machen können.
    Das haben wir bis zum heutigen Tag so gehalten, wir telefonieren immer noch fast täglich miteinander und tauschen uns weiterhin aus. Ihm habe ich viel zu verdanken.

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  1. [...] bringt mich auch zu dem Schluß, den ich bei Olaf bereits dargelegt habe und der sogar zum heutigen Blogpost von omori passt, der nämlich fragt, was einen erfolgreichen Fotografen ausmacht. Klar kann man andere [...]



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