Luftbildfotografie mit dem Hubschrauber


Vorbereitungen

Aus den zuvor mit dem Helikopter-Service geführten Gesprächen wusste ich, dass der Pilot nicht ortskundig war. Ich musste also einen Weg finden, ihm ein entsprechendes Briefing zu geben, damit er die verschiedenen Ortschaften und die dazugehörigen Sehenswürdigkeiten auch anfliegen konnte. Hilfe bot einmal mehr Google Earth, dieses geniale und insbesondere für Fotografen äußerst nützliche Programm ermöglichte mir vorab, mir das Bild der Ortschaften zu vergegenwärtigen und nachzuschauen, wo die herausragenden Gebäude genau liegen.

Außerdem druckte ich mir eine Übersicht aus, auf denen alle verstreut liegenden Gemeinden dargestellt waren. Die Idee war gut, der Pilot nahm dieses Papier mit nach oben und konnte sich mit dieser Hilfe später gut orientieren. Nicht weniger wichtig war es, sich über den Sonnenstand zu informieren, um einen günstigen Zeitpunkt für den Flug festlegen zu können.

Da ich mit einer sehr kleinen Maschine fliegen sollte, passte außer dem Piloten nur noch der Fotograf selbst rein, keine Chance also, einen Assistenten mitzunehmen. Das ist schade, denn das wäre einerseits sicherlich praktisch und nützlich gewesen und andererseits hätte man geschätzten Kollegen damit auch zu einem tollen Erlebnis verhelfen können…. So musste es eben ganz alleine gehen.


Linz am Rhein, Foto: Christian Ahrens

Ausrüstungstechnisch entschied ich mich dafür, zwei Kameras mitzunehmen, eine digitale Kleinbild mit Weitwinkel 17-40 mm und eine digitale Spiegelreflex mit Crop 1.3, die ich mit einem 70-200 Zoom bestückte. Zur Sicherheit und Reserve kam auch noch das 24-70mm mit an Bord. Alles andere ließ ich unten und verstaute die beiden Kameras mit angesetzten Objektiven in einer geeigneten Reportagetasche.

Ein weiterer wichtiger Vorbereitungspunkt war die passende Kleidung. Trotz strahlenden Sonnenscheins war mir schon klar, dass es dort oben ganz schön frisch werden würde, zumal die Tür auf der Fotografenseite ja ausgehängt sein würde. Also entschied ich mich für eine mittlere Thermohose, feste Wanderschuhe und über dem T-Shirt zwei Fleece-Shirts. Zur Sicherheit und als zusätzlichen Windstopper nahm ich noch eine weite und leichte Regenjacke mit, die ich vor dem Start auch anzog, weil der Pilot mir ausdrücklich dazu riet. Auf Handschuhe verzichtete ich, erstens, weil ich keine geeigneten hatte, und zweitens, weil ich nicht gerne mit Handschuhen fotografiere.

So gerüstet, fand ich mich dann zum vereinbarten Termin beim Helikopterservice ein, ich war mächtig gespannt!

Dies ist ein Artikel von Christian Ahrens

* 1964. Lebt und arbeitet als Berufsfotograf in Köln. Schwerpunkte sind die Themen Business, Industrie, Technologie, Arbeit. Überwiegend ist Christian Ahrens für Unternehmen oder Werbe- und PR-Agenturen tätig. Seit 2010 betreibt er zusammen mit der Fotografin Silvia Steinbach die Unternehmung "Ahrens+Steinbach Projekte – Zukunft fotografieren". Im Rahmen dieser Tätigkeit entstehen bildbasierte Projekte wie Ausstellungen und Bilddatenbanken zu Zukunfts-Themen und Zukunfts-Technologien. Ahrens+Steinbach werden von der Hamburger Fotorepräsentanz "fotogloria" international vertreten.

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Kommentare

11 Kommentare zu “Luftbildfotografie mit dem Hubschrauber”
  1. Alexander sagt:

    Danke für Deinen netten Stimmungsbericht und den guten Tipp mit der Belichtungszeit!

  2. Chris Weber sagt:

    Hallo Christian,
    wieder mal ein toller Bericht von Dir, den ich sehr interessiert durchgelesen und einige nützliche Infos für mich herausgezogen habe !

    Danke und weiter so ;-) !

    Viele Grüsse, Chris

  3. Olli sagt:

    Schöner Bericht – danke auch für die kleinen Praxistips.

  4. Smylo sagt:

    Vielen Dank, dass Du uns an Deinen Erfahrungen teilhaben läßt!

  5. Christian sagt:

    Hallo Namensvetter,

    danke für den Bericht. So schnell werde ich nicht in die Verlegenheit kommen, aber es macht immer wieder Spaß solche Reportagen zu lesen.

  6. colmans sagt:

    Ich hab’ vor Jahren mal Luftaufnahmen aus einem Motorsegler mit einem erfahrenen Privat-Piloten gemacht.

    Wenn wir kurz vor der Aufnahmeposition waren, hat der Pilot das Gas rausgenommen, so dass ich im Gleitflug mit einem Minimum an Motorvibrationen durch das “Schlechtwetterfenster” fotografieren konnte.
    Für jedes Motiv haben wir drei bis vier Anflüge gemacht, was mit einem Hubschrauber wahrscheinlich nicht nötig ist. Dafür ist der Motorsegler im Vergleich “konkurrenzlos billig”…

    Gruß

    colmans

  7. dirk sagt:

    Vielen Dank für den wirklich umfassenden Bericht. Wir haben aus Kostengründen einen Hubschrauber bisher nicht gebucht. Eine kleine Einmotorige mußte genügen. Gebäude und größere Anlagen machen wir auch gerne in Kooperation mit einem Ballon. Kein großer Heißluftballon sondern einer speziell für eine Kamera, Helium befüllt. Hochstativ usw … alles schon gehabt, wie gesagt, nur bisher noch keinen Helicopter. Gratuliere und weiterhin alles Gute aus Köln, dirk

  8. Interessanter Bericht. Ich mache oft Luftfotographie aber lieber mit Kleinflugzeug als Hubschrauber. Bei sehr kleinem Hubschrauber, wenn der Motor unerwartet ausfällt ist es tödlich. Wenn es ein Hubschrauber sein muß, dann wenigstens ein Jetranger. Für mich ist eine Cessna einfach die beste Flugmaschine.

    Man kann die Verschlusszeit mit einem Gyrostabilizer reduzieren.

    Ich habe auch Linz am Rhein aus der Luft fotografiert , es ist ein sehr schöner Ort :

    http://www.webbaviation.de/gallery2/index.php/Rheinland-Pfalz/Neuwied/LinzamRhein_fb13998-552131941

    Das war aus einerCessna 152 aufgenommen.

    Schöne Grüße,

    Jonathan Webb

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