Erfahrungsbericht Olympus PEN E-P1

Olympus-PENDie PEN E-P1 ist das erste Micro-Four-Thirds Modell von Olympus, das vom Konzept her an die legendären PEN-Modelle der 60er Jahre anknüpft: Robust, kompakt und einfach zu bedienen.

Mit der Neuauflage der PEN bekommt man eine Kamera mit einem großen Sensor, der sonst nur in Spiegelreflexkameras verbaut wird, im sehr handlichen Gehäuse einer Kompaktkamera. Darauf haben viele Fotografen schon lange gewartet: Eine kleine, unauffällige Kamera, die immer dabei sein kann, aber trotzdem die Bildqualität der “Großen” liefert. Olympus hat mir die PEN für eine Woche zum Test zur Verfügung gestellt, also konnte ich mich davon überzeugen, ob die PEN diesen Erwartungen gerecht wird.

Das Gehäuse ist sehr wertig, die Kamera trotz der geringen Baugröße relativ schwer. Alles wirkt sehr solide und vertrauenserweckend, eine ernsthafte Kamera, die alles andere als ein Spielzeug ist. Und vom Aussehen her ist die Kamera einfach Kult.

Das Objektiv 3,5 – 5,6  14 – 42 mm ist leider nicht besonders lichtstark. Vor Benutzung muss es von Hand entriegelt und ausgezogen werden. Das 17 mm 1:2,8 Pancake Objektiv gehörte nicht zum Testumfang.

Trotz fehlendem Spiegel (und damit fehlendem Spiegelschlag) ist das Auslösegeräusch der Kamera relativ hoch.  Schade, manch einer wird eine solche Kamera gerne in einem Konzert oder in der Kirche einsetzen, da wäre ein dezenteres Geräusch sicher hilfreich.

Wohl einer der größten Kritikpunkte an dieser Kamera ist der fehlende Sucher. Es gibt zwar einen optionalen Aufstecksucher, aber der funktioniert nur in Verbindung mit dem 17 mm Pancake Objektiv. Also ist man für Aufnahmen auf das 3 ” – Display angewiesen, das eine Auflösung von 230.000 Pixeln aufweist. Im hellen Sonnenlicht ist das ein Nachteil und viele ernsthafte Fotografen möchten auch nicht mit ausgestrecktem Arm auf ein Display schauen, sondern werden den Sucher vermissen.

Die Bedienung der Kamera ist einfach und logisch durchdacht. Auch ohne Handbuch findet man sich schnell zurecht. Die Brennweite des Objektivs wird nicht wie bei anderen Kompaktkameras per Motor verstellt, sonder wie bei einer Spiegelreflexkamera durch manuelles Drehen am Objektiv.

Ein Blitz ist nicht eingebaut, sondern muss separat gekauft werden.

Der größe Vorteil der Kamera ist der große Sensor mit einem Cropfaktor von 2 gegenüber dem Kleinbild-Vollformat. Eine Bildgestaltung mit Hilfe eines Bokehs (Scharf-Unscharf-Verteilung) ist daher möglich.

Die Bildqualität und die Rauscharmut (auch bei höheren ISO-Zahlen) ist für eine Kompaktkamera sehr gut. Besonders beeindruckt hat mit das Verhalten der Kamera bei sehr geringem Licht. Diese Testaufnahme entstand in einem Bergwerk bei der schummrigen Beleuchtung von wenigen Glühlampen frei aus der Hand und nur auf die Schulter meiner Begleiterin aufgestützt.

Fazit

Die Olympus PEN E-1 ist eine “immer-dabei” – Kamera für anspruchsvolle Fotografen, die mit ihrem großen Sensor eine hohe Bildqualität liefert. Einzige Kritikpunkte sind der fehlende Sucher und der hohe Verkaufspreis.

Beispielfotos auf der nächsten Seite.

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Kommentare

9 Kommentare zu “Erfahrungsbericht Olympus PEN E-P1”
  1. Viktor sagt:

    scheint, als hätte Sie alles andere als eine gute Bildqualität?! DP1/DP2 sind hier doch Längen voraus?!

  2. Jenni sagt:

    Danke für deine Einschätzung, zwei Fragen hätte ich aber noch an dich: Wie sieht es mit selektivem Fokus aus? Unterstützt das die neue PEN – oder nur wenn man selbst am Objektiv manuell scharfstellt? Die zweite Frage ist nach manuellen Einstellmöglichkeiten – also Blende oder Verschlusszeit – unterstützt die PEN da was in die Richtung?

  3. omori sagt:

    Danke Euch.

    @ Viktor: Na ja, das sind Beispiel-Fotos, mehr oder weniger Schnappschüsse, keine “echten” Testfotos unter nachvollziehbaren Bedingungen

    @Jenni: Wenn Du mit selektivem Focus meinst, ob man das AF-Feld auswählen kann: Ja, das geht.

    Im manuellen Modus kann man Blende und Belichtungszeit frei wählen.

  4. Jenni sagt:

    Danke für die schnelle Antwort! Genau das meinte ich – muss mir die Kamera wirklich mal in Natura anschauen gehen…

  5. Teatime sagt:

    Wenn ich mir den Ausschnitt aus dem Blumenbild anschaue, dann sieht das so aus, als ob die Kamera noch ein wenig in die Bildbearbeitung eingegriffen hat. Kann man das auch irgendwie abschalten? RAW kann sie ja sicher auch, aber nicht immer will man auf JPEG verzichten.

  6. Aleks sagt:

    Hmm. Irgendwie überzeug mich das noch nicht.

    Thom (bythom; http://www.bythom.com/olympusep1review.htm) hat einen ausführlicheren Test veröffentlicht, da kommen noch mehr problematische Dinge in der Handhabung zu Vorschein, soviel Zeit hattest Du sicher nicht.

    Ich bin mal gespannt auf die gerade veröffentlichte micro4/3 von Panasonic, da scheint schon einiges mehr so zu sein, wie ich mir das vorstelle.
    Solange muß die G9 als immerdabei-Kamera einfach reichen.

    Aleks

  7. omori sagt:

    @Teatime: Man kann die Schärfung in 5 Stufen einstellen. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich nicht mehr weiß, in welcher Stufe das bei diesem Bild eingestellt war …
    Aber wie Du schon sagst: Ich würde mit dieser Kamera ohnehin in RAW fotografieren.

    @Aleks: Ja, ich hatte leider nur sehr wenig Zeit zum Ausprobieren.

  8. Teatime sagt:

    @Omori: Da würden mich die anderen Schärfungsgrade mal interessieren… ;-)

    Echt schade. Eine eigentlich tolle Kamera, bei der man leider wohl die elementarsten Dinge einfach ignoriert hat. Und dazu gehört vor allem auch der Sucher.

  9. wax sagt:

    Sehr schade mit dem fehlenden Sucher. Die Kamera wäre genau eine “Unterwegs” die ich schon lange suche. Na mal sehen, muss sie auch mal testen”. Einfach sexy.

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