Babyfotografie
Wie auch immer, nach einiger Zeit ist das Kind dann meistens “warm” geworden mit der Kamera und hoffentlich auch mit Dir! Wenn es schon krabbeln kann, dann lässt man es die Kamera berühren oder macht zwischendurch ein paar Fotos, um ihm zu zeigen, dass es alles “ganz normal ist!”.
Schwer hingegen sind die sogenannten Fremdel-Phasen (meist um den achten Monat, kann bis zu 1,5 Jahren dauern!!!). Am Telefon frage ich immer nach, wie alt das Baby ist und ob es eventuell fremdelt, um vorbereitet zu sein( ebenso frage ich im Vorfeld nach Lieblingssituationen, Lieblingsplätzen, was es gerne mag und natürlich auch, vor was es Angst hat. Ich kenne z.B. ein Baby, das seltsamerweise Angst vor schwarzen Schuhen hat – also trag ich helle Turnschuhe, wenn ich zu ihm fahre.)
Zur Fremdel-Phase: Es kann vorkommen, dass man nur den Raum betritt und das Baby schreit und weint und findet alles schrecklich. So schrecklich, dass man sich am Besten erstmal zurückzieht, das Baby aus der Ferne beobachten lässt und einige Zeit abwartet. Hat es nach einer halben Stunde noch immer Angst, sollte man den ganzen Termin vielleicht am Besten verschieben. Für das Baby bedeutet es puren Stress und für die Eltern, die mit dem Weinen des Babys Stresshormone en masse ausschütten auch….. Babyfotografie erfordert Geduld. Aber das sagte ich bereits….

Foto: Kerstin Mumm
Wenn dann aber alles gut ist, die Stimmung stimmt, das Licht auch, kann man loslegen. Erst einmal aus dem Hintergrund mit einem mittleren Tele. Man tastet sich immer mehr heran. Und wenn man dann noch ein interessantes Spielzeug parat hat, ist der Weg zum Herzen des Babys meist offen und man kann lebendige Momente vom Krabbeln, Jauchzen, Lachen etc. einfangen. Stimmungsbilder!
Man sollte aber immer ein Auge darauf haben, wie das Baby sich fühlt! Oft ist es schwerer zu erkennen, als beim eigenen Kind, wie fast alle Eltern wissen. Und für die Kinderlosen sei gesagt: sobald das Kind weint (warum auch immer! Müde, Hunger, Angst….), muss sofort eine Pause eingelegt werden! Viele Eltern trauen sich leider nicht zu sagen, dass es nun reicht, oder dass das Baby Hunger hat und gestillt werden muss. Sei es aus Angst vor “Zeit = Geld” oder dass sie nicht wissen, wie man einen Menschen am Besten bei der Arbeit unterbricht……wie auch immer, leider steht man als Fotograf dann manchmal auf dem Schlauch, wenn jemand nicht aus sich herauskommt und das Ende bzw. eine Pause ankündigen möchte.
Und junge Fotografen/innen können sich in derlei Situation vielleicht auch nicht hineinversetzen, bzw. spüren die Stimmung zwischen Mutter und Kind nicht. Augen also auf! Schaut die Mutter ungeduldig? Scheint sie plötzlich ohne Grund gestresst? Weint das Baby? Wirft sich ein älteres Baby in die Arme der Mutter und wendet sich vehement ab? Gähnt das Baby ununterbrochen oder niest es viel (kann auch ein Zeichen von Reizüberflutung sein!)? Immer wachsam sein und lieber einmal mehr bei der Mama nachfragen, ob alles noch in Ordnung sei! Sie wird es Dir danken!
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Was ist denn das bitte für ein artikel? laberblub, blabla.
Bin von fotografr eigentlich qualitativ bessere Artikel gewöhnt.
In dem Artikel steht nicht die Technik im Vordergrund, sondern das Umgehen mit der fotografierten Person, in diesem Fall einem Baby. Das ist aus meiner Sicht ein wichtiger Punkt, der von vielen Fotografen vernachlässigt wird.
Trotzdem danke, Jens, für die Rückmeldung, ich bin auch für negative Kritik offen.
Gruß Omori
Gute Artikel (nicht für “Profis” wie jens, natürlich), für mich aber sehr interessant und hilfreich. Und überhaupt, einfach schöne Text.
im gegensatz zu jens finde ich den artikel gelungen! wie oben bereits geschrieben, es geht um die herangehensweise und den umgang mit den menschen und nicht um die technik.
“”und wie ihr Fotos gelingen, die sich vom Durchschnitt abheben.”"
bitte um entschuldigung, die babybilder heben sich vom durchschnitt ab? von welchem durchschnitt? es handelt sich um suesse babys, aber was ist an den bildern fotografisch wertvoll?
Hallo Stefan,
ich gebe Dir recht, künstlerisch wertvoll sind die Bilder nicht. Sollen sie aber sicher auch gar nicht sein.
Baby- und Kinderfotos sind in der Regel eher kommerziell ausgerichtet auf den Geschmack der Eltern. Aber das, was eigentlich so einfach klingt, ist es eben doch nicht. Ich habe schon einige wirklich stümperhafte kommerzielle Fotografen erlebt, die Kinderfotos angeboten haben.
Daher finde ich die Tipps und die Ergebnisse von Kerstin Mumm durchaus wertvoll, auch wenn ich nach Durchsicht Deines Portfolios verstehen kann, dass Du aus einer ganz anderen fotografischen Ecke kommst.
Gruß Omori
Ich bin zufällig auf diesen Artikel gestoßen. Und ich bin zwar kein Künstler, aber Vater eines kleinen Sohnes. Und ich glaube auch, dass es hier vordergründig nicht um die Kunst geht, sondern um zwischenmenschliche Beziehungen…-und die sind gelungen dargestellt. ICh habe beileibe schon andere Bilder von Babys gesehen!
Und um auch einmal kritisieren zu dürfen: Meiner Meinung nach sind in den Bildern von Herrn Rohner nur Inzenierungen zu sehen (Nur darum geht es ihm anscheinend). allerdings ohne jegliches Gefühl für irgendetwas. Selbst die Bilder, die Dramatik oder ähnliches symbolisieren sollen, geben nichts wirkliches wider. Meine Frau hat bei den Bildern oft gegrinst (sie ist Kunstwissenschaftlerin) und gemeint: “Naja: DAS hab ich irgendwo anders auch schonmal gesehen! Selbes Bild, allerdings unter einem anderen Namen!” Sie meinte, der Herr Rohner bedient nahezu jedes Klischee, dass es nur gibt! Technisch perfekt. Menschlich ohne Wertung. Und Künstlerisch viel zu oft nachgeahmt und inszeniert (Gibts auch mal “eigene Bilder”? Wo bleibt denn HIER die Kunst???)
Als Vater, der sich für Babyfotografie interessiert zum Artikel, um den es hier ja gehen soll: gelungen und nachvollziehbar! Und vor allem menschlich und interessant. Weiter so, Frau Mumm!
Also ich finde schon das sich die Bilder vom einheits-Baby in Badewanne-Brei unterscheiden. Man sieht deutlich das eine entspannte Atmosphäre war ….
Gute Babyfotos …….