Druckvorbereitung für den Offsetdruck – Fallstricke für Fotografen
Farbraum CMYK wird nicht verstanden
Die Druckerei hat mitgeteilt, dass sie die Druckdaten im Farbraum CMYK benötigt. Also wandeln viele Personen die Druckdaten erst kurz vor Abgabe an die Druckereit mit der entsprechenden Funktion im Photoshop von RGB nach CMYK um. Das ist aber ein großer Fehler, da so alle Schwarzwerte als Mischung aus Cyan, Magenta und Gelb interpretiert und gedruckt werden. Der Offsetdruck sieht aber dafür die Farbe K (=Schwarz) vor. Es ist also wichtig, von Anfang an im Farbraum CMYK zu arbeiten und schwarze Elemente, insbesondere schwarze Schrift, als K=100 % anzulegen.
Fehlender Randbeschnitt
Die Druckdatei ist immer größer als das endgültige Format der Drucksache, weil nach dem Druck ein Rand von 1 bis 3 mm auf jeder Seite der Drucksache abgeschnitten werden muss. Fehlt diese Zugabe, werden bildwichtige Elemente, zum Beispiel Schriften, abgeschnitten.
Ein Fehler wäre es aber auch, einfach einen 1 bis 3 mm breiten weißen oder schwarzen Rand um die Drucksache zu ziehen. Das Ausschneiden des Endformats geschieht nie 100 % genau, sodass in diesem Fall eine unsaubere Randgestaltung das Ergebnis wäre.
Falsches Farbprofil
In die Layout-Datei wird in der Regel ein Farbprofil eingebettet. Für den späteren Druck wird dieses Farbprofil zwar nicht benötigt, aber es dient zur korrekten Darstellung der Layout-Datei auf dem Bildschirm. Daher muss dieses Farbprofil möglichst genau auf die verwendete Druckmaschine zugeschnitten sein. Die Standard-Druckprofile, die bei Photoshop für CMYK voreingestellt sind, sind nicht geeignet! Man sollte daher bei seiner Druckerei nachfragen, welches Farbprofil verwendet werden muss. Im Normalfall wird das Profil ISOcoated.icc empfohlen.
Kosten für einen Proof werden eingespart
Ein Probedruck (Proof), der eine möglichst farbgenaue Simulation des Druckergebnisses liefert, kostet ca. 30 Euro extra. Diese Kosten werden oft eingespart. Das sollte man aber nur dann tun, wenn auf absolute Farbrichtigkeit kein besonders großer Wert gelegt wird und Monitor und Bildbearbeitungsprogramm wie oben beschrieben mit den richtigen Farbprofilen arbeiten.
Zusammenfassung und Empfehlung
In dieser Zusammenstellung habe ich nur die wichtigsten Fehler aufgelistet, die Laien in der Druckvorbereitung immer wieder passieren. Erfahrene Druckvorlagenhersteller und Mediengestalter werden viele weitere Punkte vermissen und diesen Artikel für nicht weitgehend genug halten. Damit haben sie auch Recht.
In allen Fällen, in denen es auf eine perfekte Drucksache ankommt, sollte man als Fotograf die Finger davon lassen und die Angelegenheit den Menschen überlassen, die mehr Erfahrung damit haben. Immerhin ist Mediengestalter ein Ausbildungsberuf mit mehrjähriger Ausbildungszeit und die Erstellung von Druckvorlagen eine Angelegenheit, die nicht innerhalb kurzer Zeit erlernbar ist.
Der Autor Omori hat ein Fotostudio für Werbefotografie in der Nähe von Frankfurt
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na so ganz so schlimm ist das alles aber nicht ;O) – da gibts leute und agenturen…uiuiui…was genau meinst du mit *druckdatei*? das pdf? das indesigndokument? ein postscript? interessant wirds ja erst, wenn texte blitzen, weil der kram nicht auf “überdrucken” steht *g*…interessanter exkurs.
…und selbst der teuerste Monitor mit der schönsten Kalibration nützt einem nichts wenn man nicht weiß auf welche Parameter im späteren Druckprozeß man das Dokument einstellen soll.
Sprich: Wenn man die Ausgabeeinheit “Druckmaschine, Plotter, InkJet-Drucker), die verwendeten Druckfarben, Papiere und deren Eigenheiten nicht kennt.
Wenn man absolut sicher gehen möchte bzw. muss, wird man sich den Gang zum “Abstimmen” beim Drucker nicht ersparen können – oder man hat einen langjährigen Partner für den Druck und kennt gegenseitig seine Kennlinien.
Ein gutes (!!!) Proof auf Originalpapier kann natürlich ein Stück weit helfen, ist aber am Ende auch nur eine Simulation des späteren Ergebnisses.
Hatte jetzt das erste Mal den Fall, dass ich die Druckvorstufe selber erledigen musste. Es wurde ein Kalender über eine Internetdruckerei erstellt. Liefern musste ich ein pdf. Ist sicher kein Hexenwerk, aber auch nicht so einfach wie ein Druck über den Tintendrucker. Wichtig: Lieber das Geld investieren und die Druckdaten genau prüfen( erstaunlicherweise guter support bei der Internetdruckerei) lassen und sich auch noch einen Proof erstellen lassen.
Der Bildschirmproof der angeboten wurde, war unbrauchbar. Die Farben waren vollkommen daneben. Erst der Papierproof brachte Sicherheit und entsprach dann auch dem Endergebnis.
Hallo Omori,
vielen Dank für den wertvollen Beitrag, auch die vielen Kleinigkeiten, die zu beachten sind. Ich hatte selbst im Offsetdruck gearbeitet und den ganzen Prozess von der Vorlagenrepro über das Abdecken, Umkopieren, Druckvorlage und Druckplatte erstellen bis hin zum Drucken mitgemacht, allerdings nur im Ein- und Zweifarbenbereich. Und so sind mir Deine Hinweise, was den Vierfarbdruck angeht, sehr wertvoll. Aber es hilft mir, schon mal gedruckt zu haben, so kann ich die Druckerei gleich besser verstehen.
Gruß,
Alexander
Ich hatte schon einen Kunden, der sich die billigste Onlinedruckerei schon ausgesucht hatte. Trotz Abraten hat er dort gedruckt und war sehr erstaunt, dass jedes Exemplar anders aussah
Naja, dafür war sein Lernertrag umso intensiver…