Die Illusion mit dem Folgeauftrag

Einige Fotografen, insbesondere Einsteiger in die professionelle Fotografie, versuchen, Aufträge zu generieren, indem sie drastisch preisreduzierte Angebote schreiben.

Die meisten Auftraggeber gehen darauf nicht ein, denn sie wissen: “You get what you pay for”, oder auch: Wer zu wenig bezahlt, muss sich am Ende über eine zu schlechte Qualität nicht wundern.

Es gibt aber auch den gegenteiligen Fall: Einige Auftraggeber versuchen, die Konkurrenzsituation unter Fotografen über Gebühr auszunutzen. Gerade erst wieder habe ich einen potentiellen Kunden erlebt, der innerhalb eines Jahres vier (!) Fotografen “verschlissen” hat. Alle hat er damit geködert, lukrative Folgeaufträge zu bekommen, wenn man diesen ersten Auftrag sehr kostengünstig oder gar kostenlos erledigt. (“Denken Sie doch an Ihre Referenzen, ich empfehle Sie gerne weiter!”)

Durch meinen Erfahrungsaustausch mit befreundeten Fotografen habe ich in diesem Fall die Masche schnell durchschaut und eine Preisreduzierung meines Angebots abgelehnt.

Anderen Fotografen kann ich nur raten:

  • Bei aller Konkurrenzsituation: Vernetzt Euch mit Berufskollegen und Mitbewerbern und lasst Euch nicht von Kunden gegeneinander ausspielen.
  • Lasst Euch nicht durch eine Aussicht auf Folgeaufträge davon abhalten, eine seriöse und kostendeckende Kalkulation für einen Fotoauftrag zu erstellen.

Weiter empfohlen werden vor allem Fotografen, die einwandfreie Arbeit zu einem vernünftigen Preis anbieten. Nicht aber Auftragnehmer, die sich abzocken lassen. Oder willst Du in der Szene den Ruf bekommen “Da ist ein Depp, mit dem kann man es machen” ?

5 Kommentare

  1. P.TherP.Ther09-04-2008

    RICHTIG!!!
    Hier kann ich in allen Punkten uneingeschränkt zustimmen!
    Nur leider gibt es immer noch sehr viele, die “keinen Arsch in der Hose haben” und sich nach jedem Strohhalm recken.
    Aber das gilt für alle Branchen.

  2. Thomas LippmannThomas Lippmann05-19-2009

    Auch ich stimme den Kollegen zu und Leute laßt Euch nicht auf sowas ein!
    Ich drehe in solchen Fällen den Spieß um und sage ok, wenn ich den Folgeauftrag erhalte dann gibts darauf Prozente.
    Oder im Folgeauftrag sind dann soundso viele Bilder frei.
    Oder wenn Sie mich empfehlen und daraus ein Auftrag erwächst, dann gibts eine Gutschrift auf künftige Aufträge von Ihnen…
    So hat man nichts abgelehnt und der Kunde ist selbst am Zug um was zu sparen.

  3. Florian SchottFlorian Schott06-16-2011

    Hallo an alle kollegen,

    Diese Situation kennt ja leider fast wirklich jeder. Bei mir wars sogar vor kurzem so, dass ich mich bei einer Agentur vorgestellt habe und die dann meinten: “Wir haben schon eine Fotografin für diese Aufträge, aber wenn sie den Auftrag XYZ für uns umsonst bzw. zu selbstkosten machen, dann nehmen wir in Zukunft vielleicht Sie anstatt ‘unserer’ Fotografin…”

    Ich habe dann die Kollegin ausfindig gemacht und sie mal über das Vorgehen Ihrer Kunden Informaiert.. Eine Hand wäscht schließlich die andere.

  4. [...] Arbeit für einen mittellosen Unternehmensgründer oder für einen Auftraggeber, der mit lukrativen Folgeaufträgen winkt, fällt allerdings nicht unter die Rubrik “Wohltätigkeit” oder [...]

  5. [...] Einen anderen Aspekt, die Sie ansprechen, kann ich ebenfalls aus der Praxis bestätigen: Es ist extrem schwierig, die Preise gegenüber Bestandskunden zu erhöhen. Wenige Prozent sind von Jahr zu Jahr sicher drin, aber alles was darüber hinausgeht, ist sehr schwer zu begründen. Mit den manchmal angebotenen “Einstiegspreisen”, um einen “Fuß in die Tür” zu bekommen, tut man sich also keinen Gefallen. [...]

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