Moderne 3D-Techniken in der Panoramafotografie
Ich arbeite viel im Interieur-Bereich, und da kommt man um spezielle Stativköpfe (sog. Nodalpunktadapter) nicht herum. Erstes Auftretendes Problem ist, dass man, selbst wenn man mit einem normalen Stativ fotografiert, bei jedem Teilbild einen leicht anderen Aufnahmestandpunkt hat, da das vordere Ende des Objektivs, das ja (zumindest ungefähr) den genauen Aufnahmestandpunkt ausmacht, sich beim weiterdrehen des Stativs immer leicht ändert. Das macht bei einem entfernten Bergpanorama noch nicht so viel aus, aber in Innenräumen kommt es sofort zu fiesen Verschiebungen zwischen den Einzelbildern, und man kann das Bild höchstens als Andenken an den Versuch nutzen.
Man arbeitet hier immer mit Nodalpunktadaptern. Das sind Stativköpfe, die grob gesagt das vordere Ende des Objektivs zum Drehpunkt hin zurücksetzen – man muss sich auf sein eigenes System, seine Kombination aus Kamera und Objektiv einarbeiten.
Bei interaktiven Panoramen ist, wenn man der Zeit nicht hinterherhinken will, fast immer auch 180 Grad nach oben/unten angesagt. Man muss dafür entweder mehrere Reihen Fotos übereinander fotografieren, oder anfangen, mit Fisheye-Objektiven zu arbeiten, die dann im Hochformat 180 Grad erreichen.
Beide Varianten haben ihre Vorteile: Wer mehrere Reihen Fotos übereinander macht, kann riesige Auflösungen fotografieren. Dafür dauert das Fotografieren länger, da ein Panoramabild meist aus mindestens 14 Einzelbildern (mal 3 Belichtungen für HDR) besteht.
Fisheye-Objektive hingegen bringen keine ganz so hohe Auflösung, jedoch reichen die Ergebnisse immer noch aus, um qualitativ gut aussehende interaktive Fullscreen-Panoramen (= über den ganzen Bildschirm) zu erstellen
Mit einem Fisheye kann man 360×180-Grad-Fotos aus 4 Einzelbildern machen.
Für das Zusammensetzen der Bilder ist Photoshop bei mehrreihigen oder Fisheye-Panoramen dann aber auch nicht mehr das richtige Programm, und man greift auf spezielle Panorama-Software zurück.
Wenn man einmal eingearbeitet ist, wie aufwändig ist dann die Erstellung eines solchen Panos?
Vom ersten Auslösen bis zum fertigen Panorama braucht es 5 Minuten bis mehrerere Tage, je nach dem : )
Das reine Fotografieren geht, wenn man mit Fisheye-Objektiven arbeitet, sehr schnell. Man kann mit vier Fotos (alle 90 Grad eins) ein komplettes 360×180-Grad-Panorama erstellen, und dabei so schnell sein, das man ein Panorama inmitten einer Menschenmenge schießen kann (was natürlich ganz neue Problemchen mit sich bringen wird).
Die reine Belichtungszeit ist also recht kurz – selbst bei einem Interieur-Panorama mit Belichtungsreihe selten länger als 2-3 Minuten für alle Teilbilder zusammen.
Doch bei der benötigten Zeit ist es wie in der herkömmlichen Fotografie: Das reine Abbelichten macht noch kein gutes Bild.
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Mir gefallen Deine Panoramas richtig gut, danke für den spannenden Artikel.
Spannende Fotos – und vor allem sehr schöne, ausgeklügelte Technik – wunderbar.