Fotoscout Hamburg: Ein Reiseführer für Fotografen


Fotolocations sind für viele Fotografen aus gutem Grund gut gehütete Geheimnisse. Wären die richtig coolen Plätze zu vielen Leuten bekannt, wäre es bald vorbei mit der Möglichkeit, dort ein ungestörtes Fotoshooting durchzuführen. Dann wäre es möglich, dass der Grundstückseigentümer weitere Fotoaufnahmen unterbindet, um Beschädigungen oder Schadensersatzforderungen zu vermeiden.

Aus diesem Grund sind Location-Verzeichnisse im Internet rar gesät und die guten Tipps werden unter der Hand vergeben. Zusätzlich gibt es Location-Scouts, deren Aufgabe es ist, Locations für professionelle Fotoshootings zu erkunden, Dreh- bzw. Shooting-Permits einzuholen und so weiter.

Eine dieser Locationscouts ist Petra Vogt und in ihrem Buch “Hamburg – Ein Reiseführer für Fotografen” gibt sie erstaunlich viele Tipps preis.

Natürlich sind in dem Buch viele naheliegende und bereits bekannte Tipps wie Tierpark, Hafencity und Kiez vertreten, aber die Autorin beschreibt auch (zumindestens bisher) eher wenig bekannte Locations: Wo sind Übersee-Container frei zugänglich und können problemlos als Kulisse für ein People-Shooting dienen? In welchen Teilen der Stadt gibt es Hintergründe, die sich für Business-Shootings eignen? An welcher Stelle im Hafen kann man relativ ungestört ein Aktshooting durchführen?

Dennoch sollte man in einem solchen Buch keine Geheimtipps erwarten, die ortsansässige Fotografen nur unter der Hand weitergeben.

Zu vielen Locations sind genaue Ortsangaben sowie Kontaktadressen für weitere Informationen oder Ansprechpartner für kommerzielle Permits aufgelistet.

Ergänzt wird das Buch durch eine iPhone-App, die Kurzinformationen und Bewertungen zu den Locations liefert sowie die Navigation erleichtert, sowie eine Website, auf der aktuelle Location-Tipps aufgelistet sind.

Mein Fazit: Das Buch liefert wertvolle Informationen für Fotografen, die Hamburg für ein Fotoshooting besuchen und auch wer sich in Hamburg bereits auskennt bekommt vielleicht den einen oder anderen neuen Tipp.

Gutes Fotografie Fachbuch


Petra Vogt
Fotoscout: Hamburg
Ein Reiseführer für Fotografen
19,95 Euro(D) / 20,60 Euro(A)
128 Seiten
ISBN: 978-3-89864-826-4

Mehr Informationen bei dpunkt sowie bei Amazon.

Ich arbeite als Fotograf und führe ein Fotostudio in Heidelberg. Mein Schwerpunkt ist die Portraitfotografie.
Außerdem biete ich Coachings und Trainings zu den Themen Orientierung, Marketing, Kundengewinnung und Betriebswirtschaft für Fotografen an.

13 comments

  1. Ralf

    Hallo

    >> Dennoch sollte man in einem solchen Buch keine Geheimtipps erwarten, die ortsansässige Fotografen nur unter der Hand weitergeben. <<

    Damit hast du alles gesagt. Für mich sind derartige Bücher auf der gleichen Linie wie die sog. „Insider“-Reiseführer und vergleichbare Werke.

    Ich kann mich noch gut an einen Beitrag in einem Naturfoto-Magazin erinnern, wo sich Leute beschwerten, dass ihre „geheimen“ Lieblingsplätze, wo sie mühevoll um 02.30 Uhr früh ihr Tarnzelt aufgebaut hatten, dann zur besten 08.00 Uhr Frühstückszeit von "Amateuren" lautstark frequentiert wurden.

    Genau diese Möchtegern-Insider posaunten aber ihre „geheimen“ Stellen zuvor in die Öffentlichkeit, um ihren vermeintlichen Profi-/Wichtigtuer-Status zu dokumentieren. Wie sagte schon Dieter Nuhr: „Einfach mal die Fr… halten“. Das trifft für eine „geile“ Location genauso zu. Die behält man für sich und allenfalls engste Freunde, Kollegen.

    Ralf

  2. Petra Vogt

    Hallo,

    tja, die “Geheimtipps”…. Wir haben im Vorfeld darüber lange diskutiert. Wenn man mal genauer darüber nachdenkt, dann sind das ganz oft Plätze, wo man jemanden kennen muss (z.B. Baustelle Tanzende Türme) oder nur unter Übertretung geltender Gesetze reinkommt (z.B. “mal eben hinter einem der Bewohner durch den Eingang schleichen” oder auf Baustellen wie dem Klinikgelände Ochsenzoll mal eben die Verbotsschilder ignorieren). Solche Orte wollte ich in einem Buch nicht beschreiben, weil sie einfach nicht für alle erreichbar sind und ich Leser nicht zu gesetzeswidrigem Verhalten auffordern wollte.

    Ansonsten war für mich Leitlinie, dass eine Location eine Anreise lohnen soll, d.h. für mindestens 2 Stunden fotografisch etwas hergeben soll. Dabei soll es auch Einsteigern möglich sein, überzeugende Bilder zu machen. Da kommt man dann automatisch z.B. bei Tieren auf eine Location wie Hagenbeck und nicht auf irgendein Waldgebiet, bei dem man GPS-Koordinaten angeben muss (und auch dann nur mit Glück gerade etwas sieht). Und ganz ehrlich: in meinen Augen spricht da auch gar nichts dagegen. Auch bekannte Orte wie Hagenbeck oder der Hafen lohnen sich einfach. Eine bekannte Location ist ja nicht zu unrecht bekannt.

    Der Wert des Fotoscout liegt in meinen Augen auch nicht nur in der Locationliste, sondern auch in den Details zu jedem Ort. Wir waren wirklich überall und haben eigene Erfahrungen und Tipps einfliessen lassen. Ausserdem war der Anspruch, ambitionierte Fotos mit oft auch eigenwilligem Blickwinkel zu zeigen, damit die Leser selbst Lust darauf bekommen die jeweilige Location zu besuchen. In meinen Augen erreichen das z.B. die Bilder von Peter Plum vom Kiekeberg. Die hab ich gesehen und direkt gesagt “Da will ich auch hin und so gute Bilder machen”. Genau darum geht es.

    Petra

  3. Simone

    Hallo,
    von dem Buch “Hamburg – Ein Reiseführer für Fotografen” erwarte ich persönlich gar keine gut gehüteten Geheimtipps, sondern solide Informationen über attraktive Fotoplätze. Mir wäre auch egal, wenn die jeder Hamburger kennt, denn ich kenne mich in Hamburg nicht aus und für mich wäre so ein Reiseführer für Fotografen sehr interessant, um die Stadt aus einer etwas anderen Perspektive zu erkunden. Ich habe mal die Beschreibung auf der Verlagshomepage gelesen, weil mich die Buchvorstellung neugierig gemacht hat, und ich finde das Konzept gelungen und spannend.
    Viele Grüße,
    Simone

  4. Ralf

    Hallo Petra Vogt

    Wenn „Omori“ statt „Mehr Informationen bei dpunkt sowie bei Amazon“ die Formulierung „Leseproben“ auf

    http://dpunkt.de/buecher/3873/fotoscout%3A-hamburg.html

    gewählt hätte, wäre mein (zu) spontanes Urteil ganz sicher relativiert worden! Besonders die 12-seitige Leseprobe „Hamburg von oben“ hat es mir angetan. Das geht dann voll in Ordnung. Ob ich HH nun besuche oder nicht. Vielleicht habe ich auch einfach den schnöden Dienstleistungshintergrund zu sehr übersehen. Auch mit Streetview, Googlemaps und Google „so“ bekomme ich nicht diese Fülle an Informationen. Zumindest nicht mal eben mit ein paar Mausklicks…

    Viele Grüße

    Ralf

  5. Petra Vogt

    Hallo Sascha (und die anderen, die´s interessiert),

    ja, es gibt bisher auch Nürnberg + Franken. Weitere Regionen und Städte sind in Vorbereitung. Ich arbeite gerade selbst am nächsten Fotoscout :-) Insofern ist Feedback für mich auch sehr interessant.

    Viele Grüße
    Petra

  6. Werner

    guten Tag an Alle,

    und einen besondern Gruß an Ralf den superfotoshooter , Frage warum hältst Du Dich nicht an Deine Empfehlung von Dieter Nur ?
    Die fotoscout-Bücher von Petra Vogt haben, wie sie selbst sagt, Tipps und Anregungen zu vermitteln. Insider-Tipps erwartet wohl niemand Dr weiß, das dann keine Insider-Tipps mehr.

    Weiterhin allen viel Spass beim Fotoschiessen und Danke an Petra für Ihre Tipps und Mühe,

    Werner

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