Elevator Pitch – Was können Fotografen von Managern lernen?

Fotografen und Manager haben nun wirklich völlig unterschiedliche Jobs: Der Fotograf arbeitet kreativ und unkonventionell, während der Manager knallhart und karriereorientiert seine Vorstellungen durchsetzt. So zumindestens der erste Anschein.
Schaut man aber genauer hin, können Fotografen durchaus eine Menge von Managern lernen. Manager kennen zum Beispiel den Fachbegriff “Elevator Pitch“. Der Elevator-Pitch beschreibt eine kurze Selbstdarstellung, die innerhalb der Zeit abgeschlossen ist, die ein Fahrstuhl (elevator) zur Fahrt benötigt.
Man könnte ja einmal einen Vorstand oder einen wichtigen Kunden im Aufzug treffen und hat genau diesen kurzen Moment Zeit, sich selbst und seine Fähigkeiten vorzustellen. In der Realität kommt das auch tatsächlich vor und da ist es gut, wenn man auf einen solchen Moment vorbereitet ist.
In eine ähnliche Situation kommen auch Fotografen. Sie treffen Leute, die für die eigene Karriere oder auch nur für einen bestimmten Auftrag nützlich sein können. Und wenn man diesen kurzen Moment nutzt, um sich selber und seine Fähigkeiten vorzustellen, ohne gleich nach Vertreter-Manier auf einen Auftrag zu schielen, hat man diese Chance bestmöglich genutzt.
Daher mein Tipp: Bereite Dich auf einen solchen Elevator Pitch vor. Überlege Dir zwei bis drei prägnante Aussagen zu Dir als Fotograf, Deinem Anspruch Deiner Arbeit gegenüber und den Gründen, warum Du Deinem Gesprächspartner gegenüber in Erinnerung bleiben solltest.
Also nicht:
Ich heiße Otto Meier und fotografiere gerne. Eigentlich alles, was mir vor die Linse kommt. Letzten Monat habe ich mir die Kamera Klikon 0815 gekauft und bin sehr zufrieden damit.
Sondern:
Ich heiße Hans Müller und beschäftige mich mit der Sportfotografie. Seit 5 Jahren bin ich regelmäßig bei Fußball- und Handballspielen der zweiten Liga und verkaufe meine Bilder an die lokale Presse.
Oder:
Ich heiße Franz Schmidt und fotografiere seit zwei Jahren Portraits von sozialen Randgruppen, um auf deren Lebensituation aufmerksam zu machen. Ich mache das als Hobby und verdiene kein Geld damit, aber im Frühjahr hatte ich eine Ausstellung in der Stadtbücherei.
An Otto Meier wird sich am nächsten Tag niemand mehr erinnern, aber Hans Müller und Franz Schmidt bleiben in Erinnerung, weil sie ihre Tätigkeit interessant und treffend beschrieben haben. Und wer weiß: Wenn demnächst ein Sportfotograf gesucht wird oder ein Fotograf, der sich mit sozialen Randgruppen auskennt, bekommen die beiden vielleicht einen Anruf, mit dem sie gar nicht gerechnet haben.
So groß ist der Unterschied zwischen Manager und Fotograf also wohl doch nicht ….
Der Autor Omori hat ein Fotostudio in der Nähe von Frankfurt
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Andererseits könnte es natürlich auch sein, das Menschen, die sich in zwei Minuten zusammenfassen lassen, genau deshalb als blutleere untote sterbenslangweilige Kreativitätszombies gelten.
Nee, also mal ehrlich: die übliche Argumtation, wenn das Ergebnis nichts taugt, dann liegt das bloss an den ungünstigen Rahmenbedingungen, die der Staat unbedingt sofort ändern muss, und AUF GAR KEINEN FALL irgendwie an mir, die funktioniert in der wirklichen und somit visuell erfassbaren Welt einfach überhaupt gar nicht.
Ich finde den Tipp gut. Man sollte sich das wirkich mal überlegen. Wenn man es tut, merkt man vielleicht, dass man eigentlich gar nicht genau weiß, was man fotografisch will oder was die eigene Fotografie kennzeichnet – ein Anstoß, sich darüber mal Gedanken zu machen.
@Ralf:
1) Man soll ja nicht “sich als Mensch” zusammenfassen sondern seine fotografische Arbeit.
Umgekehrt heißt die Tatsache, dass man sich NICHT “in zwei Minuten zusammenfassen lässt”, auch nicht notwendig, dass man ein ach so komplexer und tiefgründiger Mensch/Fotograf ist …
2) Deinen zweiten Absatz verstehe ich nicht.